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Sind Silbertextilien bei Neurodermitis zu empfehlen?

25. Juli, 2014

Kaum jemand vermag die Wichtigkeit der richtigen Kleidung für das Wohlbefinden so zu würdigen, wie der mit ständigem Juckreiz kämpfende Neurodermitiker. Kleidungsstücke verdienen besondere Beachtung, wenn sie im direkten Kontakt mit den von Neurodermitis betroffenen Arealen stehen. Textilien, die mit bestimmten Zusätzen versehen oder deren Oberfläche behandelt wurden, stehen als funktionelle Textilien im Fokus des Interesses.

Funktionelle Textilien bei Neurodermitis

Funktionelle Bekleidung ist insbesondere seit dem Vormarsch der Nanotechnologie in nahezu aller Munde. Nano definiert die Größe oder besser die Winzigkeit der eingesetzten Partikel, die aus verschiedenen Elementen und Verbindungen bestehen können. Silber und Silberverbindungen gehören dazu und Zusätze, die Textilien wasserabweisend machen oder vor UV-Strahlung schützen. Aber die Entwicklung schreitet weiter voran. Die Veredlung und die Ausstattung der Textilien mit neuen Eigenschaften und Funktionen, beispielsweise durch Zusätze, die das Beschwerdebild bei Neurodermitis verbessern, gehören zu den erklärten Zielen der Entwickler.

Funktionswäsche auf Silberbasis

Kind mit NeurodermitisDie Ursache für eine Neurodermitis-Erkrankung ist noch nicht gefunden worden, doch gibt es Faktoren, die die Schwere und den Verlauf stark beeinflussen. Bakterien der Art Staphylococcus aureus, die weit verbreitet auch auf der normalen Haut sind, bereiten den Neurodermitis Patienten besonderen Stress.
Sie hinterlassen auf der Haut Stoffwechselprodukte, die die Entzündung fördern. Silberverbindungen wirken auf Bakterien schädigend und abtötend (bakterizid). Die Sportindustrie macht sich den Effekt bei der Herstellung geruchshemmender Kleidung zu Nutze. Bei Neurodermitis werden solche Textilien mit dem Ziel verwendet, die Haut zu entlasten. Einige Patienten empfinden Textilien, die mit Silberverbindungen beschichtet sind oder Fasern enthalten, in die Silberpartikel eingearbeitet wurden, besonders in der Anfangsphase als angenehm.

Sind Silbertextilien & Co bei Neurodermitis zu empfehlen?

Die Frage ist allein deshalb schon schwer zu beantworten, weil Jeder weiß, wie unterschiedlich die Krankheit verläuft und wie verschieden die Reaktionen auf die Umgebung, zu der auch die Kleidung gehört, ist. Ein kürzlich erschienener Übersichtsartikel unterzog sich der Mühe, vierzehn Studien zu funktionellen Textilien zu analysieren (Pediatric Allergy and Immunology 24, 2013,603ff). Unter anderem wurden die Ergebnisse bei Einsatz von Silbertextilien bewertet. Positiv ist, dass in keinem Fall Risiken, wie toxische Nebenwirkungen oder Zerstörung des Hautgleichgewichtes festgestellt wurden. Bezüglich der Auswirkungen auf die Schwere des Ekzemes, Abschwächung der Symptome, Verbesserung des Wohlbefindens, Notwendigkeit zusätzlicher Medikation und die Zusammensetzung der Hautschicht konnten für alle Textilarten nur schwache Empfehlungen ausgesprochen werden.

Fazit

Die Wirkungen im Sinne einer andauernden Verbesserung der Symptome konnten nicht eindeutig belegt werden. Es lohnt sich deshalb in jedem Falle, kritisch zu bleiben. Überzeugende Untersuchungen sollten den Einfluss bestimmter Krankheitsmerkmale (akute Entzündung, Hautläsionen usw.) auf die Wirksamkeit von funktionellen Textilien analysieren und die Effekte im Vergleich zu einem Placebo, das heißt zu einer „Scheinbehandlung“ unter Verwendung gleichartiger Textilien ohne die Wirkkomponente, darstellen.


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