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Neurodermitis im Winter – Tipps für die gestresste Kinderhaut

25. Februar, 2015

Als Eltern eines betroffenes Kindes haben Sie sicher auch schon die Erfahrung gemacht, dass Neurodermitis eine saisonal stark wandelbare Erkrankung ist. Deshalb ist es besonders wichtig, jahreszeitlich angepasst auf die Neurodermitis zu reagieren und die Haut den klimatischen Bedingungen entsprechend optimal zu versorgen und zu schützen. Im Winter verschlechtert sich bei vielen Patienten das Hautbild. Der Wechsel zwischen kalter, trockener Luft draußen und warmer, trockener Luft im Innenbereich löst bei vielen Patienten einen Schub der Neurodermitis aus. Neuen Studien zufolge kann auch der Vitamin D Mangel durch fehlendes Sonnenlicht ein Auslöser für eine Verstärkung der Symptomatik sein. Wir haben ein paar Experten-Tipps für Sie, wie Ihr Kind gut durch die kalte Jahreszeit kommt.

Wie sich Kinderhaut im Winter fühlt

family-snow-fun 01Je jünger Ihr Kind ist, desto sensibler reagiert seine Haut auf innere und äußere Einflüsse. Neurodermitis-Patienten haben in jeder Jahreszeit Herausforderungen zu meistern, aber der Winter ist die schwierigste Saison. Trockene Luft entzieht der Haut Feuchtigkeit. Angemessene Kleidung ist für das Hautklima jetzt besonders wichtig. Beim Spielen im Freien sollte den Kindern weder zu kalt sein, noch sollten sie übermäßig schwitzen. In der Wohnung stresst trockene Heizungsluft die Haut. Der Wechsel zwischen Wärme und Kälte stellt einen zusätzlichen Belastungsfaktor dar.

Vitamin D Mangel im Winter und Neurodermitis

Vitamin D Mangel im WinterDer Körper benötigt zur Bildung von Vitamin D täglich ein bestimmtes Maß an Sonneneinstrahlung auf der Haut. In der europäischen Wintersaison fehlt es an Sonnenstunden. Zusätzlich ist die Haut von Kleidung bedeckt und bietet nicht ausreichend Fläche, auf der die UV-Strahlung auftreffen kann. Viele Neurodermitis-Patienten leiden vermutlich in der dunklen Jahreszeit an einem leichten Mangel an Vitamin D. Bekannt ist bereits, dass eine Therapie mit UV-Lampen das Beschwerdebild der Neurodermitis verbessern kann. Das amerikanische Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlichte im Jahr 2014 eine Untersuchung zum Zusammenhang von Neurodermitis und saisonalem Vitamin D Mangel. An mehr als 100 Kindern mit Neurodermitis konnte in der Mongolei die Hypothese bestätigt werden, dass eine orale Gabe von täglich 1000 Einheiten Vitamin D das Hautbild positiv beeinflusst. In der Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt, konnte dieser Effekt nicht ausreichend nachgewiesen werden. Weitere Studien werden folgen, um zu überprüfen, ob das Vitamin D in Zukunft eine feste Rolle in der Therapie der Neurodermitis erhalten kann.

Tipps zum Umgang mit der Neurodermitis im Winter

Experten haben einige Tipps erarbeitet, wie Sie es Ihrem Kind in der kalten Jahreszeit angenehmer machen und eventuell sogar neue Schübe seiner Neurodermitis vermeiden können.

  • Wolle verträgt sich nicht mit der Haut von Neurodermitis-Patienten. Sie triggert die Juck-Kratz-Spirale. Wählen Sie Kleidung aus Baumwolle oder Fleece. Für die Nacht eignen sich spezielle Overalls aus Baumwolle, die angenehm auf der Haut sind und diese nicht zusätzlich reizen. Darüber hinaus sind Hände und Füße des Neurodermitis-Overall geschlossen, so dass das Kind sich nachts nicht aufkratzen kann.
  • Ziehen Sie Ihr Kind nach dem Zwiebelschalenprinzip an. Dann kann es seine Kleidung am Tag selbstständig an die Temperatur anpassen und schwitzt oder friert weniger. So wird die Haut weniger strapaziert.
  • Meiden Sie Lufttrockenheit. Beginnen Sie mit regelmäßigem Stoßlüften und halten Sie die Temperatur im Schlafzimmer um die 18 Grad. Kaltluftbefeuchter sind eine gute Anschaffung für den Winter.
  • Vergessen Sie im Winter bei der täglichen Hautpflege nicht das Gesicht und die Hände. Sie sind der Kälte besonders ausgesetzt. Cremen Sie großzügig mit der Basispflege und behandeln Sie Schübe frühzeitig medikamentös. Der Hautarzt Ihres Kindes wird Sie entsprechend beraten.
  • Beim Waschen, Baden oder Duschen achten Sie auf rückfettende Reinigungsprodukte, da Wasser den Hautschutzfilm stören kann. Anschliessend die Haut gut mit der Basispflege eincremen. Dabei sollten Sie auf zu häufiges (mehr als zweimal die Woche) und zu heisses Baden (über 36°C) verzichten.

 


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