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Neurodermitis: Die Haut als Spiegel der Seele?

23. September, 2014

Immer wieder berichten Neurodermitiker, dass Stress, depressive Verstimmungen und Konflikte in der Familie oder im Beruf das Krankheitsbild verschlimmerten oder gar neue Schübe auslösten. Forscher versuchen schon seit längerem, den möglichen Zusammenhang zwischen psychischem Stress und verstärkter Neurodermitis-Symptomatik zu verstehen, um daraus verbesserte Therapieoptionen abzuleiten. Dennoch gehen die Meinungen der Schulmediziner beim Thema Neurodermitis und Psyche noch immer weit auseinander.

Psychischer Stress als Folge einer Neurodermitis

Die Haut ist das größte Organ des Menschen und ihr Aussehen ist für die meisten Menschen von großer Bedeutung. Daher stellt die Neurodermitis für viele Patienten als solche eine enorme psychische Belastung dar. Durch die geröteten oder entzündeten Stellen fühlen sich die Betroffenen häufig unattraktiv. Haben Andere aus der unbegründeten, aber möglichen Angst vor Ansteckung Berührungsängste, verstärkt sich das Gefühl der Betroffenen, unbeliebt zu sein. Sie ziehen sich aus ihrer Umgebung zurück, wodurch sich ihre Situation noch verschlimmert. Zusätzlich sorgen chronischer Juckreiz und Schmerzen zu innerer Anspannung, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit.

Neurodermitis als Folge von psychischem Stress

Stress allein vermag keine Neurodermitis verursachen. Dennoch belegen neuere Studien, dass psychischer Stress das Krankheitsbild nachhaltig verschlimmern oder gar neue Krankheitsschübe auslösen kann. Konflikte in der Beziehung, starke berufliche Anspannung oder traumatische Erlebnisse können bei Neurodermitikern zu einer Verstärkung der Symptomatik führen. Einen Erklärungsversuch hierfür könnte unsere Entwicklungsgeschichte liefern, denn die Hautzellen entwickeln sich aus demselben Keimblatt wie das zentrale Nervensystem.

Psychosomatische Therapieansätze

Due Donne meditanoAufgrund des Zusammenhangs zwischen Psyche und Neurodermitis, sollten aktuelle Therapiekonzepte auch auf psychosomatische Faktoren eingehen. Ein wichtiges Thema ist hierbei die Vermeidung von Stress. Dies ist jedoch für viele Betroffene nicht einfach, da sie zusätzlich zu alltäglichen Stresssituationen auch dem krankheitsbedingten Leidensdruck ausgesetzt sind.
Ein wichtiges Hilfsmittel, um schubauslösende Faktoren zu erkennen, ist ein Kratz-Tagebuch. In diesem Tagebuch vermerken Betroffene, wann der Juckreiz auftrat und welche Auslöser hierfür in Betracht kommen. Dies ist wichtig, um psychische und allergische Auslöser zu unterscheiden.
Entspannungstechniken wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Tai Chi oder autogenes Training können helfen, Spannungsgefühle abzubauen. Des Weiteren hat die Stärkung des Selbstbewusstseins neben einer Veränderung der Wahrnehmung stressfördernder Situationen einen wichtigen Platz in der ganzheitlichen Therapie der Neurodermitis. Ein Beispiel für ein weiterführendes Behandlungskonzept bildet das sogenannte Hildesheimer Gesundheitstraining, das von Psychologen der FH Hildesheim/ Holzminden/ Göttingen entwickelt wurde. Über Entspannungs-, Atem- und Körperübungen in Kombination mit Wahrnehmungsschulungen sollen die Betroffenen lernen, ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren und stressfördernde Situationen neu zu interpretieren.

Unser Tipp – Fragen Sie Ihre Krankenkasse

dreamsWichtig ist, dass Sie die für Sie geeeignete Methode bei einem entsprechenden Spezialisten erlernen und danach regelmäßig auch zu Hause anwenden. Kleiner Tipp: Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, diese beteiligt sich in Einzelfällen an den Kursgebühren. Das gleiche gilt für den Fall, dass Sie das Verfahren an einer Volkshochschule erlernen möchten. Volkshochschulen bieten heute bereits eine ganze Palette an Kursen, die auf unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse abgestimmt sind und Ihnen ein hilfreiches Stressmanagment vermitteln. Die Teilnahme an einem solchen Kurs ist quasi ein Termin, den Sie mit sich selbst und für Ihr Wohlbefinden machen. Zudem macht es in der Gruppe oft mehr Spaß. Neben diesen Verfahren sollten Sie generell einfach mehr auf sich selbst hören. Sorgen Sie bei der Arbeit für regelmäßige Pausen, machen Sie Spaziergänge in der Natur und schlafen Sie ausreichend. Natürliche Substanzen wie Baldrian oder Melisse unterstützen auf sanfte Weise bei der Entspannung.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen

Welche Erfahrungen haben Sie in Zusammenhang mit Stress und dem Zustand Ihrer Haut gemacht? Erzählen Sie anderen Betroffenen, was Ihnen am besten geholfen hat, Stress zu reduzieren. Nutzen Sie dazu gerne die Kommentarfunktion.


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