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Wie kommt Ihr Kind mit Neurodermitis gut durch die Schulzeit?

5. September, 2014

Wenn Neurodermitis-Kinder das Schulalter erreichen, haben sie häufig bereits einen langen Leidensweg hinter sich. Das atopische Ekzem, wie die Neurodermitis auch genannt wird, erscheint meist erstmals im Säuglingsalter und betrifft fast 10% aller Kinder. Die in Schüben verlaufende Krankheit zeichnet sich hauptsächlich durch starken Juckreiz sowie gereizte, trockene oder offene Hautpartien an unterschiedlichen Körperstellen aus. Doch das Erscheinungsbild der Neurodermitis ändert sich im Laufe der Kindesentwicklung. Mit Erreichen des Schulalters sind bevorzugt Hautfalten, die Arm- und Kniebeugen sowie die Handflächen des Kindes betroffen. Dies kann den Start in den Schulalltag jedoch erschweren.

Hürden des Schulalltags mit Neurodermitis

fussball mädchenEkzemschübe können bei einem Schulkind zur erheblichen Belastung werden, die Nächte sind oft unruhig und Schlafstörungen keine Seltenheit. Aber auch tagsüber führt der quälende Juckreiz häufig zu unruhigem Verhalten und mangelnder Konzentration im Unterricht. Einen Stift zu halten, kann für ein von Neurodermitis betroffenes Kind ein schmerzhaftes Unterfangen sein. Nicht weniger unangenehm ist die gereizte Haut nach einer anstrengenden Stunde Sport- oder Schwimmunterricht, Schweiß und Chlorwasser sollten anschließend abgeduscht werden. Ist die Zeit für eine angemessenen Hautpflege während der Schulzeit jedoch nicht gegeben, kann sich das Krankheitsbild erheblich verschlimmern.

Bewältigung von Vorurteilen

Im Kindergartenalter ist das Neurodermitis-Kind in der Regel vor Vorurteilen gefeit. Kinder im Vorschulalter akzeptieren einander selbstverständlicher als nach dem Schuleintritt. Mit dem Schuleintritt sehen sich betroffene Kinder jedoch häufig Ängsten und Vorurteilen ausgesetzt. Die unbegründete, aber gegenwärtige Angst vor Ansteckung tritt dabei am häufigsten auf, gefolgt von Ablehnung. Auch Hänseleien stellen eine enorme psychische Belastung dar. Das betroffene Kind zieht sich zurück und entwickelt Schamgefühle. Das Tragische hierbei liegt in der Verstärkung der Symptomatik durch psychischen Stress, wodurch der Leidensdruck des betroffenen Kindes zusätzlich zunimmt. Doch nicht nur Mitschüler können psychischen Stress bei Neurodermitikern verursachen. Auch Lehrer, die nicht über die Erkrankung des Kindes informiert sind, können Vorurteile entwickeln und das Lernverhalten des Kindes falsch beurteilen.

Trotz Neurodermitis erfolgreich lernen

Neurodermitiker haben während ihres Lebens vermutlich eine Vielzahl von Maßnahmen zu Linderung der Symptomatik ausprobiert. Doch bereits im Kindesalter sollte das Augenmerk auf Anwendungen liegen, die dem Betroffenen gut tun. Diese sind von Neurodermitiker zu Neurodermitiker unterschiedlich und ein Allheilmittel gibt es nicht. Hat das betroffene Kind jedoch ein gewisses Arsenal an Hilfsmitteln zur Hand, muss es sich der Krankheit nicht ausgeliefert fühlen, sondern kann selbstbestimmt die nötigen Maßnahmen ergreifen. Dies hilft, das Selbstbewusstsein positive energiedes betroffenen Kindes zu stärken. Weiterhin ist es hilfreich, Lehrer über die Neurodermitis des Kindes zu informieren und Mitschüler aufzuklären. Für betroffene Kinder besteht darüber hinaus die Möglichkeit, einen Nachteilsausgleich zu beantragen, dieser ist im Schulgesetz verankert. Ein offener Umgang mit der Erkrankung hilft, Blockaden abzubauen und Hänseleien zu vermeiden. Eine extreme Sonderbehandlung sollte hingegen nicht erfolgen. Je gewöhnlicher mit dem betroffenen Kind umgegangen wird, umso weniger Anlass gibt es für schubauslösenenden psychischen Stress.

 

 


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