allergo natur
allergo natur

Neurodermitis bei Kindern: Der Anfang einer Allergiekarriere?

5. Februar, 2015

In der Kinderheilkunde machen Allergien einen großen Anteil der zu behandelnden Erkrankungen aus. Studien haben ergeben, dass bei vielen Patienten eine Art Allergiekarriere zu beobachten ist. Sie beginnt im Säuglingsalter als atopische Dermatitis (Neurodermitis), setzt sich bei Klein- und Schulkindern als allergisches Asthma fort und entwickelt sich im Erwachsenenalter zu einer allergischen Rhinokonjunktivitis (Heuschnupfen). Dieser Ablauf wird in der Medizin als allergischer Marsch oder als Allergiekarriere bezeichnet. Der Kinderarzt hat die Möglichkeit, dieses Wissen zur frühzeitigen Behandlung und Vorbeugung einzusetzen. In der Erwachsenenmedizin fällt auf, dass die Abfolge der allergischen Erkrankungen nicht zwingend festgelegt ist. Etwa 50 Prozent der Patienten zeigen eine andere zeitliche Reihenfolge ihrer Allergien.

Auf der Spur des allergischen Marsches

Kinderärzte sehen Patienten oft von der Geburt bis ins Jugendlichenalter. Sie haben so die Möglichkeit, Krankheitsverläufen immer einen Schritt voraus zu sein. Der allergische Marsch bietet bei circa 50 Prozent der Kinder eine Chance, die nächste Stufe auf der Allergiekarriere-Leiter abzuwenden oder zumindest zu mildern. Ein Säugling mit Neurodermitis präsentiert überdurchschnittlich häufig auch eine Nahrungsmittelallergie, zum Beispiel auf Weizen, Ei oder Kuhmilch. Setzt sich der typische allergische Marsch fort, bekommt dieser Säugling spätestens im Kindergarten- oder Schulalter ein allergisches Asthma bronchiale. Ist die Familie auf diesen Verlauf vorbereitet und unterstützt eine Früherkennung, kann der Kinderarzt viele unnötige Maßnahmen von seinem kleinen Patienten abwenden.

Die Allergiekarriere im Erwachsenenalter

Allergo Natur - Allergo TH2 - PollenallergieAls Erwachsener hat dieser Allergiker weiterhin ein Risiko von 50 Prozent, eine zusätzliche Allergie zu entwickeln. Typischerweise handelt es sich um den Heuschnupfen. Es kommen aber auch Insektengiftallergien, Allergien auf Medikamente, Kontaktallergien der Haut und anaphylaktische Reaktionen (Überreaktionen) infrage. Ein Beispiel für einen rückwärtsgerichteten allergischen Marsch ist der in der Allergologie häufig beschriebene Etagenwechsel. Hier entwickelt sich eine Pollenallergie der oberen Atemwege und Schleimhäute der Augen zu einem Pollenasthma.

Welche Faktoren das Potenzial haben, die Allergiekarriere vorherzusagen

  • eine frühe Sensibilisierung gegen häufige Allergene wie Milbenkot, Hühnereiweiß und Atemwegsallergene
  • eine Erkrankung an Neurodermitis im frühen Säuglingsalter
  • eine Sensibilisierung gegen Nahrungsmittel, die über die gesamte Kindheit andauert

Eine optimale Vorstellung ist es, Neugeborene mit einer Veranlagung zur Atopie direkt nach der Geburt herauszufiltern. Auf diese Weise wäre der Kontakt mit Allergenen in einem gewissen Maß steuerbar. Sensibilisierungen mit nachfolgenden allergischen Reaktionen wären so zu verhindern. Leider gibt es keine entsprechenden Labortests. Untersuchungen mit der Bestimmung der allergischen Antikörper (IgE) im Nabelschnurblut oder in den ersten Lebenstagen im Blut des Kindes erbrachten keine eindeutigen Ergebnisse.

Tipps, die die Allergiekarriere beeinflussen

beim Stillen

  • das Kind während den ersten vier bis sechs Monate stillen
  • während und nach der Schwangerschaft auf eine ausgewogene Ernährung achten und nicht rauchen
  • Innenraumklima vermeiden, das das Wachstum von Schimmelpilzen fördert (d.h. zu hohe Luftfeuchtigkeit und mangelnder Luftaustausch).
  • Reduzierung von Hausstaubmilbenallergenen im Schlafbereich kann ggf. einen positiven Einfluss haben (Encasings)
  • fachliche Unterstützung bei der Ernährung von Säuglingen mit atopischer Veranlagung suchen
  • Hausstiere müssen nicht mehr zwangsläufig aus dem Haushalt mit Risikokindern entfernt werden, es sei denn, das Kind ist bereits allergisch auf Tierhaare

Eine Allergenreduktion und weitere präventive Massnahmen können dazu beitragen, bei atopisch veranlagten Kindern Sensibilisierungen zu vermeiden. Wenn jedoch bereits eine Sensibilisierung festgestellt wurde oder erste Krankheitssymptome aufgetaucht sind, dann sollten sowohl präventive als auch therapeutische Massnahmen durchführt werden, die das Ausmaß weiterer Sensibilisierungen eingrenzen bzw. verhindern, das weitere Allergien auftreten.

Weiterführende Informationen: http://www.dha-allergien.de/allergierisiko.html

 


Hinterlassen Sie uns ein Kommentar


Zurück zur Übersicht »