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Sind Nanopartikel bei Neurodermitis unbedenklich?

22. Juli, 2014

Was sind Nanopartikel?

1 Nanometer (nm) ist ein Milliardstel eines Meters. Eine schier unvorstellbar kleine Größe – nicht umsonst bedeutet nano in der griechischen Übersetzung „Zwerg“. In der Kosmetik werden Nanopartikel vor allem in Sonnenschutzcremes eingesetzt und fungieren als UV-Filter. Nano-Titandioxid und Nano-Zinkoxid entfalten hier physikalische Schutzeigenschaften.

Kennzeichnung von Nanopartikeln

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass kosmetische Mittel für den Verbraucher sicher sein müssen. Die im Juli 2013 in Kraft getretene neue Kosmetikverordnung besagt deshalb, dass alle Kosmetik- und Körperpflegeprodukte, die Nanomaterialien enthalten, gekennzeichnet werden müssen. Hierfür ist der Hersteller verantwortlich; ihm obliegt die entsprechende Deklarations- und Kennzeichnungspflicht. Nanomaterialien werden inzwischen in zahlreichen Alltagsprodukten eingesetzt, so dass VerbraucherInnen überall mit Ihnen in Kontakt kommen können. Da die Risiken von Nanomaterialien noch nicht ausreichend erforscht sind, fordert der BUND eine allgemeine Kennzeichnungspflicht für Nanoprodukte.

Laut Kosmetik-Verordnung sind Titandioxid und Zinkoxid zugelassen: als UV-Filter für Sonnenkosmetika und Tagescremes mit LSF und als weißer Farbstoff. Die sogenannte Colour-Index-Nummer ist auf der Inhaltsstoffangabe ersichtlich: Zinkoxid = CI 77947, Titandioxid = CI 77891. Werden diese im nanoskaligen Bereich als UV-Filter eingesetzt, sind sie als Titanium Dioxide bzw. Zinc Oxide sichtbar deklariert. Titanium Dioxid hat als Weißpigment ein weites Einsatzgebiet. So wird es in der Kunststoffeinfärbung, aber auch in Lacken verwendet. Allerdings ist Nano-TiO2 nicht weiß wie herkömmliches TiO2-Pulver, sondern transparent. In Sonnencreme etwa dient es als Absorber für UV-Licht, der auf der Haut unsichtbar bleibt. Nanopartikel haben zudem, bezogen auf ihr Volumen, eine deutlich größere Oberfläche, weshalb sie intensiver wirken als größere Teilchen.

Ist Nanokosmetik bei Neurodermitis und nicht intakter Haut unbedenklich?

scientist ar workDie bereits langjährig praktizierte Anwendung von Nanopartikelgrößen in Sonnenkosmetik wurde in verschiedenen Studien untersucht und als unbedenklich eingestuft. Warum? Die Nanopartikel sind hier zu groß, um durch die schützende Hornschicht zu dringen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und deren angegliederte Kosmetik-Kommission kamen zu dem Ergebnis, dass keinerlei gesundheitliche Risiken für den Verbraucher bestehen.

Wie sieht es aber bei geschädigter Haut aus? Das Umweltbundesamt warnt vor der Verwendung von NANO Partikeln besonders in kosmetischen Produkten aber auch in Sonnencremes bei nicht intakter Haut. Nanopartikel können über die Haut direkt in die Blutbahn oder über die Lunge in den Körper gelangen. Nanopartikel sind dabei sehr reaktiv und können Proteine dann oxidativ schädigen. Weitere Fragen zur Sicherheit von Nano-TiO2 wirft eine Studie von Schweizer und französischen Wissenschaftlern auf, berichtete schon der Tagesspiegel 2011. Demnach setzen solche Partikel in Mäusen und in menschlichen Zellen ähnliche Vorgänge in Gang wie das verbotene Asbest, schreiben Amir Yazdi von der Universität Lausanne und Kollegen im Fachjournal „PNAS“. Sowohl Nano-TiO2 als auch Asbest lösen Entzündungsreaktionen aus. Und beide Substanzen regen die Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies an, die das Gewebe oder die DNS schädigen können.

Nanosilber in Neurodermitis-Cremes

Inzwischen setzen einige Hersteller auf den Einsatz von Silber in Form von Mikro- oder Nanopartikeln in Neurodermitis-Cremes – insbesondere, um das Bakterienwachstum zu minimieren. Diese unterscheiden sich grundsätzlich in ihren physikalischen Eigenschaften. Experten warnen ausdrücklich vor risikoreichen Selbsttherapien mit Nanosilber-Präparaten. Anders als bei den größeren Mikro-Silberpartikeln, die nur über Wunden eingeschleust werden, können die winzigen Nano-Silberpartikel direkt in die Blutbahn gelangen.

Empfehlung von Allergo Natur

Gerade Allergiker und Menschen, die zu Neurodermitis oder sehr sensibler Haut neigen, sollten eher vorsichtig NANO-Kosmetikprodukte auf der Haut verwenden. Allergiker und Neurodermitiker weisen oft eine geschädigte Hautschutzbarriere auf, durch die die NANO Partikel möglichweise einfacher in den Körper eindringen können. Genaue und abschließende Untersuchungen, wie Titanium Dioxid als NANO Partikel wirkt, liegen allerdings noch nicht vor, so dass es in der Wissenschaft auch in Zukunft noch einen hohen Diskussionsbedarf gibt. Besonders bei Kindern mit Allergien und Neurodermitis sollten Eltern sicherheitshalber dennoch vorsichtig bei der Verwendung NANO-haltiger Produkte sein.

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