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Milbenallergie – Allergenkarenz vor Hyposensibilisierung

29. Januar, 2015

Im Gespräch mit unseren allergischen Patienten hören wir immer wieder die Aussage, Encasings (allergenundurchlässige Bezüge) seien nicht mehr notwendig, da der Betroffene entweder eine Hyposensibilisierung in Aussicht hat oder bereits damit begonnen hat. Vielfach wird davon ausgegangen, dass eine Hyposensibilisierung eine Therapiemaßnahme sei, die immer hilft und den Einsatz von Encasings überflüssig macht. Encasings sind jedoch bei einer Milbenallergie immer der erste Baustein der Allergie-Therapie.

Was macht ein Encasing eigentlich?

Das Prinzip eines Encasings ist relativ einfach und dennoch oder gerade deswegen besonders wirkungsvoll. Hierfür ist es notwendig zu verstehen, wie es zu allergischen Beschwerden überhaupt kommt. Erst wenn ein Allergiker mit dem für ihn problematischen Allergen in Kontakt kommt, wird eine allergische Reaktion ausgelöst. Eine Milbenallergie kann sich zum Beispiel durch erkältungsähnliche Symptome, aber auch Kopfschmerzen, Hautausschlag oder Müdigkeit bemerkbar machen. Die einfachste Maßnahme zur Reduzierung von allergischen Beschwerden ist deshalb die Vermeidung des Allergens, die sogenannte Allergenkarenz, die jedoch nicht bei allen Allergieformen problemlos umzusetzen ist.

allergo-Melkofin-Skizze

Bei einer Milbenallergie ist das Allergen nicht die Milbe selbst, sondern ihr Kot, der bei den Betroffenen für die typischen, meist nächtlichen Beschwerden sorgt und darüber hinaus einen ruhigen Schlaf kaum noch möglich macht, denn besonders in unseren Betten ist die höchste Konzentration von Milbenallergenen zu finden. Da ein Encasing als allergenundurchlässiger Bezug Matratze, Bettdecke und Kissen umhüllt, ist der Kontakt des Allergikers mit den Milbenallergenen deutlich reduziert. Das Encasing funktioniert dabei wie eine schützende Barriere. Bei leichten und normalen Verläufen einer Milbenallergie verspüren die Patienten recht schnell eine Linderung ihrer Beschwerden, die Allergenkarenz durch Encasings als Basistherapie reicht in diesem Fall aus.

Was ist eine Hyposensibilisierung

Impfung GrippeschutzDie Hyposensibilisierung (Immuntherapie) an sich ist durchaus eine vielversprechende Allergie-Therapie, die den Verlauf allergischer Erkrankungen positiv beeinflussen kann. Hierbei wird das Immunsystem schrittweise an die allergieauslösenden Allergene gewöhnt, sodass es eine normale Reaktion darauf erlernen kann. Im besten Fall besteht nach einer Hyposensibilisierung eine Toleranz auf die Allergene, sodass beim Kontakt mit ihnen keine allergischen Reaktionen mehr ausgelöst werden. Die Allergie-Behandlung kann über Spritzen, Tabletten oder Tropfen erfolgen. Um die Erfolgsaussichten einer Hyposensibilisierung zu erhöhen, muss die Behandlung jedoch regelmäßig und über mehrere Jahre durchgeführt werden, was nicht immer ohne Nebenwirkungen für den Patienten einhergeht.

Allergenkarenz vor Hyposensibilisierung und keine Hypo ohne Karenz

Die Leitlinien zur spezifischen Immuntherapie empfehlen allerdings erst bei starken Beschwerden und nach erfolglosen oder nicht ausreichenden Karenzmaßnahmen eine entsprechende Immuntherapie. Eine Allergenkarenz gilt somit immer als Voraussetzung für eine spezifische Immuntherapie. Karenzmaßnahmen sollten bereits bei Verdacht auf eine Milbenallergie ergriffen werden und auch während einer Immuntherapie anhalten. Vielfach kann durch eine Karenzmaßnahme die kostenintensive und Patienten belastende Immuntherapie entweder verhindert oder aber abgemildert werden. Bei einer Milbenallergie heißt die Basistherapie deshalb immer Allergenkarenz durch Encasings – entweder als Monotherapie oder in Kombination zur Hyposensibilisierung.

Fazit

Ein Encasing ist bei einer Milbenallergie also immer angezeigt – unabhängig von einer Hyposensibilisierung. Eine Hyposensibilisierung sollte jedoch nur mit einem Encasing als Karenzmaßnahme vorab und dem Einsatz während der Immuntherapie erfolgen. Auf diese Weise ist eine optimale Behandlung der Milbenallergie gewährleistet.


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