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Lokale Allergische Rhinitis – Einem Allergiegeheimnis auf der Spur

4. Juli, 2014

Lokale allergische Rhinitis – die „versteckte“ Allergie

Viele Menschen, die meinen, dass sie unter einer Allergie leiden, gehen mit ihren Beschwerden zum Arzt und schildern ihm typische Allergie-Symptome, z.B. Dauerschnupfen und tränende Augen.  Macht der Arzt daraufhin einen herkömmlichen Allergietest, fällt dieser überraschenderweise  negativ aus. Der Patient wird in einigen Fällen mit vielen guten und freundlichen Worten wieder nach Hause geschickt und letztendlich mit seinem Problem alleine gelassen.

Lokale allergische Rhinitis ist mit herkömmlichen Allergie-Tests nicht nachweisbar

Allergy - skin prick testsWas viele Ärzte nicht wissen ist, dass es auch eine lokale allergische Rhinitis (LAR) gibt, die nicht über die normalen Allergie-Tests nachzuweisen ist. Die herkömmlichen Allergie-Tests werden nämlich immer am Gesamtsystem Körper d.h. systemisch (Haut oder Blut) durchgeführt. Bei der lokalen allergischen Rhinitis werden IgE Antikörper aber ausschließlich lokal und nicht im Gesamtsystem des Körpers produziert. Diese lokale allergische Rhinitis bildet IgE Antikörper ausschließlich in der Nasenschleimhaut aus und auch nur dort sind diese spezifischen IgE festzustellen. Ein Pricktest hingegen weist ein negatives Ergebnis aus.

Langzeitstudie bestätigt lokale allergische Rhinitis

Eine über 10 Jahre laufende Studie spanischer und französischer Allergologen hat nun nach 5 Jahren Studienverlauf erste Zwischenergebnisse veröffentlicht. Danach gibt es den bislang nur vermuteten lokalen allergischen Heuschnupfens tatsächlich. Die Daten der Forscher sprechen nunmehr eine sehr eindeutige Sprache. Die lokale allergische Rhinitis ist nicht, wie von vielen Ärzten angenommen wurde, einfach nur eine Vorstufe einer möglichen Allergie oder – was noch schlimmer wäre – ein lästiger Dauerschnupfen, sondern eine ernst zu nehmende eigenständige allergische Erkrankung. Die LAR stellt damit ein eigenes Krankheitsbild dar, das auch eigenständig diagnostiziert werden muss. Über 35 % der Teilnehmer an der französisch/spanischen Studie mussten sogar während der Studienteilnahme eine medizinische Notfallhilfe in Anspruch nehmen. Bei Patienten, die nicht unter einer lokalen allergischen Rhinitis litten, waren dies erheblich weniger.

Gezielte Allergietherapie bei LAR schafft Abhilfe

Die Beschwerden bei einer LAR treten meist ganzjährig auf. Der Arzt sollte daher gerade bei einem negativen Pricktest oder bei negativer Blutuntersuchung besonders hellhörig werden und die Möglichkeit einer LAR in Betracht ziehen. Um die Diagnose abzusichern, sollten die Nasensekrete des Patienten allergologisch untersucht werden. Die Zahl der Patienten, die unter einer lokalen allergischen Rhinitis leiden, bei denen diese noch nicht richtig diagnostiziert wurde, wird bundesweit auf ca. 3 – 8 Millionen geschätzt. Nach einem Fachartikel in dem medizinischen Fachmagazin Allergo Journal vom Mai 2014 könnte es sich bei den von LAR betroffenen Patienten im Wesentlichen um Menschen handeln, die unter einem chronischen, nicht infektiösem Schnupfen (vasomotorische Rhinitis) leiden, der sich in einer laufenden oder verstopften Nase äußert.Den Betroffenen kann mit einer gezielten Allergietherapie wirksam geholfen werden. Patienten sollten daher ihren Arzt offen auf diese Möglichkeit ansprechen. In manchen Fällen reicht es schon aus, Allergene zu meiden, indem beispielsweise der Schlafbereich durch spezielle Encasings ausgestattet wird.

Weiterführende Informationen

„Mein Allergie Portal“ spach mit PD Dr. med. Martin Wagenmann, Hals-Nasen-Ohrenarzt und Allergologe an der HNO-Klink am Universitätsklinikum Düsseldorf. Das Experten-Interview können Sie hier nachlesen: http://www.mein-allergie-portal.com/allergie-news/19-pollenallergie-heuschnupfen/389-lokale-allergische-rhinitis-was-ist-das-ueberhaupt

 


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