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HNO Arzt Dr. Uso Walter im Allergo Natur Interview

29. Februar, 2016

Allergo Natur sprach mit Dr. Walter über die Arbeit des HNOnet und die Bedeutung des HNO Arztes als Facharzt für die Behandlung von Allergien.  Dr. med. Walter ist niedergelassener HNO Arzt in Duisburg und Vorstandsvorsitzender des HNOnet NRW eG. Etwa 420 HNO-Ärzte sind Mitglied in diesem regionalen Ärztenetzwerk, das entspricht ungefähr der Hälfte aller in NRW tätigen HNO Ärzte. Damit gehört das HNOnet zu einem der bedeutendsten Ärztenetzwerke in Nordrhein-Westfalen.

 

Allergo-Natur: Herr Dr. Walter, welche Ziele verfolgt das HNOnet NRW eG?
Dr. med. Walter: Mit der Gründung des HNOnet NRW im Jahr 2009 versuchen wir mehrere Ziele zu erreichen. Oberstes Ziel ist es, die Versorgung des Patienten, insbesondere auf dem Gebiet der Erkrankungen des oberen Aerodigestivtraktes (Alle Organe und Gewebe der Atemwege und des oberen Verdauungstraktes) mit allen Sinnesorganen und Funktionen sicherzustellen und zu verbessern. Hierzu versuchen wir die Rahmenbedingen der Ärztinnen und Ärzte, die für eine qualitätsorientierte Berufsausübung notwendig sind zu verbessern. Hierbei sind ausdrücklich neben den HNO-Ärzten auch verwandte Fachgebiete eingeschlossen.

Allergo-Natur: Wie begegnen Sie dem Spardiktat, das von den Kassen ausgeübt wird?
Dr. med. Walter: Das Spardiktat betrifft vor allem die Vergütung der Ärzteschaft selbst. So ist beispielsweise im KV Bezirk Nordrhein der Fallwert im ersten Quartal 2013 auf 22,07 € gesunken. Das politisch gesteuerte Interesse an einer kostenminimierten Grundversorgung steht hierbei dem Wunsch der Patienten und Ärzte nach einer qualitativ hochwertigen Medizin entgegen. Das HNOnet NRW unterstützt seine Mitglieder bei dem Wunsch nach einer patientenorientierten Versorgung als Alternative und Ergänzung zur KV-Medizin.

Allergo-Natur: Was unternimmt das HNOnet NRW eG, um eine qualitativ hochwertige Versorgung zu sichern?
Dr. med. Walter: Wir setzen hier unter anderem auf Qualitätsmanagement und Fortbildungen. Im Bereich der Qualitätssicherung konnten wir mit Alchimedus einen hervorragenden Partner finden, mit dem bereits andere Ärztenetze gute Erfahrungen gemacht haben. Im Juni 2013 konnten wir die QM-Software HNOnet-interaktiv einführen. Praxiserfahrungen zeigen, dass der Aufwand für Einführung und Verwaltung um bis zu 70% gegenüber herkömmlichen Systemen reduziert wird. Für die Weiterbildung stehen verschiedene Online-Seminare zur Verfügung, die unsere Mitglieder zeitunabhängig durchführen können. Hierbei sind die meisten Vorträge von der KV zertifiziert. Die Themenauswahl reicht von HNO-spezifischen Fragestellungen bis zu Vorträgen im Rahmen von HNOnet Projekten.

Allergo-Natur: Unsere Firma beschäftigt sich vornehmlich mit Allergien, speziell der Allergie gegen Hausstaubmilben. Wie sehen Sie die Entwicklung im Bereich der Allergien, speziell für die HNO-Ärzte?
Dr. med. Walter: Allergien nehmen dramatisch zu. Etwa 30% der Deutschen leiden an Allergien, die sich vor allem als allergisches Asthma, Neurodermitis und Rhinitis zeigen. Aktuelle Studien belegen, dass 15-30% der Bevölkerung an einer allergischen Rhinitis leiden. Die allergische Rhinitis neigt dazu, sich im Verlauf zu verschlimmern und gilt als Wegbereiter des Asthma bronchiale. Leider wird von vielen Patienten die Allergie im Anfangsstadium nicht ernst genommen und bagatellisiert. Aufgrund der hohen Prävalenz beschäftigen wir uns in unserer Praxis sehr stark mit diesem Thema. Da sich viele andere Fachgruppen aus dem Bereich der Allergologie zurückziehen, sollten die HNO-Ärzte sich stärker in diesem Bereich als Spezialisten positionieren, damit wir als Fachgruppe als erster Ansprechpartner für Allergien wahrgenommen werden.

Allergo-Natur: Die Hausstaubmilbe gilt inzwischen als einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Allergieauslöser in Deutschland. Was empfehlen Sie hier Ihren Patienten?
Dr. med. Walter: In vielen Fällen reicht die konsequente Meidung des Allergens. In unserer Praxis haben wir sehr gute Erfahrungen mit antiallergenen Bettbezügen (Encasings) gemacht. Sollte das nicht ausreichen, empfiehlt sich ergänzend die spezifische Immuntherapie. Hier steht uns neben der subcutanen Therapie seit kurzem auch eine sublinguale Therapieform zur Verfügung. Über eine Dauer von drei Jahren gegeben gewöhnt sich der Körper an das Allergen. Patienten bleiben danach in der Regel rund zehn Jahre beschwerdefrei.

Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Walter für das informative Gespräch und wünschen dem HNOnet weiterhin viel Erfolg bei seinem Engagement.

Weiterführende Informationen:

http://webdoc-hno.blogspot.de/

http://www.hnonet-nrw.de/

 

 


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