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Hausstauballergie – Die 10 häufigsten Irrtümer

5. Januar, 2016

In unseren Beratungsgesprächen erleben wir immer wieder ähnliche Situationen. Dabei stellen wir fest, dass es bei vielen von Ihnen die gleichen Missverständnisse gibt, wenn es um die Hausstauballergie geht. Die Hausstauballergie ist zwar die zweithäufigste Allergie und jeder zehnte Deutsche ist bereits davon betroffen, dennoch bestehen viele Unklarheiten darüber, was genau die Allergie auslöst und wie man am besten mit ihr umgeht. Deshalb klären wir heute mal die häufigsten Irrtümer zur Hausstauballergie aus unserer Beratungs-Praxis auf:

1. Hausstauballergie hat etwas mit mangelnder Sauberkeit zu tun

Falsch! Die Bezeichnungen „Haustauballergie“ oder „Hausstaubmilbenallergie“ sind im Grunde tatsächlich etwas irreführend. Denn weder die Milbe direkt noch der Hausstaub an sich lösen eine sogenannte Hausstauballergie aus. Sensibilisierte Personen reagieren nämlich auf die Ausscheidungen der Milben und auf Körperreste verstorbener Tierchen. Kommen die Schleimhäute z.B. durch Einatmen in Kontakt mit den winzigen getrockneten Partikeln, wird bei diesen Menschen eine allergische Reaktion mit entsprechenden Symptomen ausgelöst. Milben kommen übrigens überall dort vor, wo Menschen leben, da sie sich von deren abgestorbenen Hautschüppchen ernähren. Die größte Konzentration findet sich in unseren Betten, da die Lebensbedingungen hier für die Milbe optimal sind. Deshalb haben Hausstauballergie-Patienten die meisten Beschwerden an ihrem Schlafplatz.

2. Encasings (allergendichte Bettbezüge) sind überflüssig, wenn eine Hyposensibilisierung durchgeführt wird

Falsch! Ihre Entscheidung lautet nicht: Encasings oder Hyposensiblisierung. Die wichtigste Maßnahme bei einer Hausstauballergie ist immer die Allergenkarenz, das heißt: Vermeiden Sie weitestgehend den Kontakt zu den allergieauslösenden Stoffen! Durch allergenundurchlässige Bezüge entsteht eine Barriere, die Sie vor dem Kontakt mit den Milbenallergenen schützt. Bei einer leichten bis mittleren Hausstauballergie ist diese Maßnahme oft völlig ausreichend. Bei einer stark ausgeprägten Hausstauballergie und bei Verdacht auf allergischem Asthma sollte zusätzlich zur Allergenkarenz eine Hyposensibilisierung in Betracht gezogen werden. Deshalb heißt es: Encasings immer und in schwereren Fällen: Encasings plus Hyposensibilisierung

3. Auf Encasings lieber verzichten, um den Körper an das Allergen zu gewöhnen

Falsch! Wenn Sie glauben, eine Immuntherapie auf die „harte Tour“ würde Ihren Körper mit der Zeit an das Allergen gewöhnen, irren Sie sich! Das Gegenteil ist der Fall! Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems, geht nicht von alleine weg und kann unbehandelt durch den sogenannten Etagenwechsel chronische Erkrankungen – wie Asthma – nach sich ziehen. Die frühzeitige Vermeidung des Allergenkontaktes ist deshalb für Ihre Gesundheit die wichtigste Maßnahme. Des Weiteren gehört eine Immuntherapie immer in fachkundige Hände! Der Arzt passt dabei die Dosierung genauestens auf den Grad Ihrer Allergieausprägung an und beginnt zunächst mit niedrigen Gaben, um den Körper ganz allmählich an das Allergen zu gewöhnen.

4. Das Partnerbett muss nicht mit Encasings ausgestattet werden, da der Partner keine Hausstauballergie hat!

Falsch! Es sei denn, Sie schlafen in getrennten Räumen. Für alle anderen gilt: Schützen Sie alle Betten, die im selben Zimmer stehen, mit Encasings! Nur so senken Sie spürbar die Allergenbelastung im Raum. Ein nicht geschütztes Bett stellt für den Hausstauballergie-Betroffenen eine hohe Allergenquelle und -belastung im Schlafraum dar. Im Bett befinden sich extrem viele Milbenallergene, die durch Bewegung der Bettsachen und Luftzirkulation aufgewirbelt, in der Raumluft verteilt und schließlich vom Allergiker eingeatmet werden.

5. Allergiebettwäsche (Encasings) ersetzt die normale Bettwäsche

Falsch! Die Bezeichnung Allergiebettwäsche ist etwas irreführend. Denn es handelt sich nicht um einen Ersatz für Ihre normale Bettwäsche, sondern um allergendichte Zwischenbettbezüge. Ziehen Sie deshalb die allergendichten Bezüge immer direkt auf Matratze, Bettdecke und Kissen und erst darüber Ihre herkömmliche Bettwäsche! Das ist nicht nur hygienischer, sondern vor allem optisch für Sie viel angenehmer und abwechslungsreicher, denn Encasings sind klinisch weiß und nicht in anderen Farben erhältlich.

6. Daunendecken dürfen bei einer Hausstauballergie nicht verwendet werden

Falsch! In einer Daunendecke sind nicht mehr Milben enthalten als in einer synthetischen Bettdecke. Milben ernähren sich nicht von Daunen und Federn, sondern von menschlichen Hautschüppchen. Und nur die wenigsten Allergiker sind tatsächlich auf das Keratin der Federn und Daunen allergisch. Im Zweifel fragen Sie bitte Ihren Arzt, worauf genau Sie reagieren! Sind Sie nur auf Milbenallergene allergisch, können Sie Ihre Daunendecke behalten. Beziehen Sie diese einfach mit einem Encasing – so sind Sie am besten geschützt!

7. „Allergikergeeignete“ Matratzen schützen vor Milbenallergenen per se!

Falsch! Allergikergeeignete Matratzen haben einen abnehmbaren Bezug, der bei hohen Temperaturen gewaschen werden kann und deshalb für Allergiker geeignet ist. Das Material ist jedoch (in der Regel) nicht allergendicht und lässt Milben und Allergene durch. Sie können den abnehmbaren Bezug alle 4-6 Wochen bei mindestens 60°C waschen. Eine einfachere und sichere Lösung bietet jedoch ein Qualitäts-Encasing als Komplettumhüllung um die Matratze.

8. Encasings sind steif, rascheln und lassen keine Luft durch

Falsch! Hochwertige Qualitäts-Encasings bestehen heute aus einem unbeschichteten, atmungsaktiven Micro-Vlies. Fordern Sie gern unsere Stoffproben an und überzeugen Sie sich selbst! Unser Tipp: Waschen Sie das Encasing vor dem ersten Gebrauch im Kochwäsche-Programm Ihrer Waschmaschine durch, anschließend genügt halbjährliches Waschen bei 60°C. Die Bettbezüge werden nach jedem Waschgang weicher und anschmiegsamer!

9. Encasings sind doch alle gleich – egal, wo man sie erwirbt

Falsch! Bei Encasings gibt es durchaus Qualitätsunterschiede. Bedenken Sie immer, dass es sich bei einem Encasing um ein Medizinprodukt handelt, welches nach einer ärztlichen Diagnose zur Allergietherapie eingesetzt wird. Um sicher zu sein, dass Sie ein geeignetes Encasing erwerben, entscheiden Sie sich für ein in Deutschland hergestelltes Produkt aus dem pharmazeutischen Fachhandel! Achten Sie darauf, dass Sie zwischen mehreren Qualitäten und individuellen Lösungen wählen können, um das für Ihre Bedürfnisse geeignete Produkt zu bekommen. Ein Hausstauballergie-Spezialist fertigt für Sie auch gerne Sondergrößen an. In einem guten Fachhandel erhalten Sie jedoch nicht nur ein sicheres Produkt, sondern auch eine fachkundige Beratung, ausgezeichneten Service und eine erweiterte Garantie.

10. Bei einer Hausstauballergie reicht es aus, nur das Bett zu sanieren

Falsch! Bei einer Hausstauballergie ist die Umhüllung der Bettsachen zwar die erste und wichtigste Maßnahme. Allerdings sollten zusätzliche Maßnahmen im Wohnumfeld durchgeführt werden, um die Allergenbelastung so gering wie möglich zu halten. Diese Maßnahmen sind meist ohne großen Aufwand umzusetzen:

Hygiene bei Hausstauballergie • Milben lieben es feuchtwarm: Achten Sie deshalb auf eine geringe Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen und verzichten Sie auf zusätzliche Luftbefeuchter!
• Lüften Sie 3-5 mal täglich für jeweils 5-10 Minuten
• Bevorzugen Sie als Bodenbelag am besten glatte, wischbare Böden
• Vermeiden Sie Staubfänger wie offene Regale oder Vorhänge
• Weitere Tipps können Sie hier nachlesen.

 

Wenn Sie Fragen haben, die hier noch nicht geklärt wurden, schreiben Sie uns gerne! Nutzen Sie entweder die untenstehende Kommentarfunktion oder schreiben Sie eine E-Mail an service@allergo-natur.de.

Weiterführende Informationen: http://www.daab.de/allergien/hausstaubmilbenallergie/


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