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Haben Impfungen bei Kindern Auswirkungen auf Allergien?

10. März, 2015

Aus aktuellem Anlass zur entstandenen Impfdebatte in Deutschland möchten wir das Thema auch in unserem Blog aufgreifen. Oft herrscht tatsächlich große Unsicherheit bei Eltern, ob sie ihre Kinder impfen lassen sollen, denn  Schutzimpfungen sind in Deutschland von der STIKO (Ständigen Impfkommission) zwar offiziell empfohlen, aber keine Vorschrift. Aufgrund hoher Impfungsraten für die gängigen Infektionskrankheiten Diphterie, Pertussis, Tetanus, Polio, Masern, Mumps und Röteln sind Erkrankungsfälle in Deutschland selten geworden. Die Infektionen haben dadurch ihren Schrecken verloren und die Bevölkerung beschäftigt sich nun mehr mit möglichen negativen Auswirkungen der Impfungen. Da allergische Erkrankungen in den Industrienationen auf dem Vormarsch sind, werden nun auch Impfungen als Allergie auslösende Faktoren untersucht. Eine weitere wichtige Fragestellung für Eltern ist, ob Kinder, die an Allergien leiden, nach der allgemeingültigen Empfehlung geimpft werden sollten. Informieren Sie sich und treffen Sie im Gespräch mit Ihrem Kinderarzt eine sinnvolle Entscheidung für Ihre Familie.

Lösen Impfungen Allergien aus?

lösen Impfungen Allergien ausIn Deutschland findet im ersten Lebensjahr eines Kindes eine hohe Anzahl an Schutzimpfungen statt. In den letzten 10 Jahren wurde der Impfkalender regelmäßig um neue Empfehlungen ergänzt. Parallel dazu steigt die Rate der allergischen Erkrankungen im Kindesalter. Mediziner arbeiten an der Widerlegung oder Bestätigung eines Zusammenhanges von Allergien und Impfungen. Es liegen verschiedene Studien zu diesem Thema vor. Ihre Ergebnisse beziehen sich auf verschiedene Impfungen in unterschiedlichen Nationen. Untersuchungen von Barrios (1996) und Rowe (2000) ergaben eine Stimulation von allergischen Reaktionen mittels T-Lymphozyten (Zellen des Immunsystems) durch Impfungen in der frühen Kindheit. Eine Arbeit von Nagel aus dem Jahr 2012 über die Impfungen gegen Masern und Keuchhusten hingegen widerlegte an über 50000 Probanden einen Zusammenhang von Impfungen und Allergien. Wissenschaftler um Matheson kamen 2010 ebenfalls zu diesem Ergebnis. Die Studienlage ist bis heute also nicht eindeutig. Impfexperten weisen auf die Situation in Deutschland hin. Der Vergleich von Osten und Westen zeigt, dass trotz einer Impfungsrate von nahezu 100 Prozent, Allergien in der ehemaligen DDR sehr selten auftraten. Seit der politischen Wiedervereinigung werden weniger Kinder geimpft, aber trotzdem nehmen die allergischen Erkrankungen deutlich zu.

Impfungen bei Kindern mit allergischen Erkrankungen?

Die Empfehlung der STIKO ist eindeutig. Der Impfkalender gilt auch für chronisch kranke Kinder und Allergiker, solange keine Allergie gegen einen Inhaltsstoff der Impfung besteht. Kinder, die an einer Allergieneigung leiden, sind durch eine Infektionskrankheit stärker gefährdet als gesunde Altersgenossen. Ein Asthmatiker kann durch eine Keuchhustenerkrankung rasch in eine lebensbedrohliche Situation geraten. Andersherum gedacht prädestiniert eine Keuchhustenerkrankung für ein Asthma bronchiale. Impfen schützt hier doppelt. Kinder mit einer ausgeprägten Neurodermitis profitieren zum Beispiel besonders von einer Windpockenimpfung. Die akute Erkrankung wäre eine starke Belastung für die vorgeschädigte Haut.

Wie Sie als Eltern beim Thema Impfungen zu einer Entscheidung gelangen

Allergien frühzeitig ekennenDie Medizin ist eine Wissenschaft mit vielen Variablen. So kann Ihnen niemand mit Sicherheit sagen, welchen Einfluss das Impfen auf die eventuelle allergische Veranlagung Ihres Kindes haben wird. Mit großer Wahrscheinlichkeit schützt aber eine Impfung die Gesundheit und vielleicht sogar das Leben Ihres Kindes. Infektionskrankheiten nehmen aufgrund der aktuellen Impfmüdigkeit in Deutschland wieder zu. Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt ausführlich und individuell beraten. Ihr Kind vertraut auf Ihre verantwortungsbewusste Entscheidung. Es kann sie noch nicht selbst für sich treffen.

Unsere persönliche Meinung zum Thema Allergie und Impfungen

Wie der Beitrag der Kinderärztin zeigt, ist es keine leichte Entscheidung gerade unter dem Gesichtspunkt der nicht ganz eindeutigen Studienlage. Deshalb haben wir in der Redaktion auch lange überlegt, ob wir etwas zum Thema Allergie und Impfungen sagen sollen. Letztendlich haben wir uns aber dafür entschieden, weil unserer Meinung nach die Risiken bei Kindern, die nicht geimpft werden, größer sind einmal an gesundheitlichen Schäden zu leiden, als die Gefahr durch Impfungen eine Allergie auszulösen. Daher würden wir aus allergologischer Sicht dazu neigen, unsere Kinder zu impfen und dem Rat der STIKO folgen. Allergien dienen nach unserer Ansicht nicht dazu, Nicht-Impfungen zu begründen und sind daher in unseren Augen kein Grund, den Empfehlungen der STIKO nicht zu folgen.
Der Rat und die Untersuchung durch den Arzt sollte nicht durch Meinungen und Artikel im Internet ersetzt werden, daher ist der Austausch mit Ihrem Kinderarzt immer die wichtigste Informationsquelle. Die Kinder der Redaktionsmitglieder sind alle gem. den Empfehlungen der STIKO geimpft.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema Impfungen?

Schreiben Sie uns, welche Erfahrungen Sie gemacht haben, wie Sie über das Thema Impfungen denken oder welche Empfehlung Sie einem guten Freund geben würden. Nutzen Sie dazu einfach die untenstehende Kommentarfunktion. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.


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