allergo natur
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Die Hausstaubmilbenallergie wird unterschätzt

25. November, 2014

Immer wieder machen wir in einem Beratungsgespräch mit einem Patienten die Erfahrung, dass die Hausstaubmilbenallergie erst sehr spät festgestellt wurde. Das liegt zum einen daran, dass viele Betroffene die Beschwerden lange Zeit ignorieren und sich daran gewöhnt haben – „Meine Nase ist schon seit Jahren nachts verstopft“ oder aber, dass der Arzt bei Schilderung der Symptome nicht an eine allergische Erkrankung denkt, da die Symptome denen einer Erkältung sehr ähnlich sind. So werden manche Hausstaubmilbenallergie-Diagnosen erst „zufällig“ bei einem Arztwechsel oder einer Urlaubsvertretung gestellt.

Ein Beispiel aus der Praxis – Zum Glück „nur“ eine Hausstaubmilbenallergie!

medical 3d illustration - typical dust miteIch hatte mal einen Patienten in der Beratung, der bereits Blut hustete und mit seinem Leben fast schon abgeschlossen hatte, weil sein Arzt aufgrund der heftigen Symptomatik des Betroffenen ein Karzinom in der Lunge vermutete. Bei einem Arztwechsel kam bei einem Allergietest jedoch überraschenderweise eine hochgradige Hausstaubmilbenallergie heraus, die bereits die tiefen Atemwege derart angegriffen und strapaziert hatte, dass der Patient über akute Luftnot und schmerzhafte Hustenanfälle mit blutigem Auswurf klagte. Die Diagnose „Hausstaubmilbenallergie“ war für den Betroffenen geradezu ein Segen, denn dies bedeutete nicht nur, dass er die Erkrankung „überleben“ würde, sondern auch, dass ihm geholfen werden konnte. Nachdem der Patient einige Wochen seine Bettsachen mit schützenden Encasings aufgezogen hatte, meldete er sich noch einmal telefonisch, um mir mitzuteilen, wieviel besser es ihm inzwischen geht. Seine Erleichterung und die wiederkehrende Lebensfreude waren ihm deutlich anzumerken. Dennoch waren seine Atemwege durch die verspätete Diagnose derart in Mitleidenschaft gezogen, dass er für den Notfall immer sein Asthmaspray dabei haben musste.

Je früher eine Hausstaubmilbenallergie erkannt wird, desto besser

Arzt schreibt in Formular Allergietest PricktestSo drastisch wie im geschilderten Fall muss es natürlich nicht kommen. Dennoch werden die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie nicht immer rechtzeitig erkannt oder ernst genug genommen. Das geht auch aus einem kürzlich veröffentlichten Artikel der Wiener Zeitung hervor, in der die Hausstaubmilbe sogar als die „graue Maus“ unter den Allergieauslösern bezeichnet wird. Je frühzeitiger jedoch eine Allergie festgestellt wird, desto schneller können entsprechende Maßnahmen zur Allergenkarenz – dem Schutz vor Kontakt mit dem beschwerdeauslösenden Allergen – durchgeführt werden. Auf diese Weise werden nicht nur die Beschwerden rasch gelindert und damit die Lebensqualität wieder spürbar verbessert, sondern vor allem das Risiko einer chronischen Erkrankung der Atemwege, wie Asthma bronchiale, deutlich minimiert. Dass Allergien unbehandelt zu Asthma führen können, ist allerdings immer noch den wenigsten Betroffenen bekannt. Bei Verdacht auf eine allergische Erkrankung empfehlen wir Ihnen deshalb in Ihrem eigenen Interesse, Ihren Arzt rechtzeitig aufzusuchen, er kann neben einer umfassenden Anamnese einen geeigneten Allergie-Test durchführen, der Ihnen Gewissheit verschafft, ob Ihre Beschwerden allergischer Natur sind.


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