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Lassen sich Allergie-Risiken frühzeitig erkennen und beeinflussen?

17. August, 2014

Erst Neurodermitis, später eine Allergie, dann Asthma? – Bei Verdacht auf eine Allergie frühzeitig zum Arzt

Der Frage, ob sich Allergie-Risiken frühzeitig erkennen lassen wurde in der SOLAR II Studie nachgegangen. Ziel der Studie war es, eine bessere und rechtzeitige Prognose zu dem Risiko einer Manifestation einer berufsbedingten allergischen Erkrankung bei jungen Erwachsenen beim Eintritt ins Berufsleben abgeben zu können. Die Studie kommt teilweise zu überraschenden Ergebnissen, die sich auf alle Menschen übertragen lassen. So kann man bereits im frühen Kindesalter einen möglichen Allergieausbruch diagnostizieren und diesem teilweise sogar vorbeugen.

arbeit in der backstubeIm Focus der Allergie-Studie standen vor allem sogenannte Risikoberufe wie Bäcker und Friseure, die für häufige Berufsunfähigkeitsfälle durch Allergien bekannt sind. Wenn bestimmte Personengruppen ein erhöhtes Risiko haben, an einer berufsbedingten Allergie zu erkranken, könnte dies Auswirkungen auf den Berufswunsch haben.

Hierbei wurden neben allergischen Erkrankungen im Kindesalter, soziografischen Daten, allergischen Erkrankungen der Eltern, Allergenbelastungen am Arbeitsplatz auch die Sensibilisierung der Patienten gegenüber ubiquitären Aeroallergenen bestimmt.

Ein positiver Prick Test in der Kindheit ist der beste Frühindikator für die Ausbildung von allergischem Asthma oder allergischer Rhinitis.

Das Risiko an einer berufsbedingten Allergie zu erkranken ist für alle Personengruppen praktisch gleich. Es besteht kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den untersuchten Personengruppen. Hinsichtlich des Risikos an einer Allergie zu erkranken, die nicht im Zusammenhang mit dem Beruf steht, konnten bestimmte Gruppen als Risikogruppen identifiziert werden.
Allergy - skin prick tests, cute girl in a laboratoryDie stärkste Korrelation zur Prognose der Ausbildung einer allergischen Rhinitis oder einem allergischem Asthma für junge Erwachsene (ca. 25J.) besteht bei einer nachgewiesenen Sensibilisierung der Patienten im Kindesalter (ca. 10J.), auch wenn in diesem Alter keinerlei Symptome auftraten. So steigt die Wahrscheinlichkeit als junger Erwachsener an einer allergischen Rhinitis zu erkranken von 4,3% auf 21,8%, falls als Kind eine Sensibilisierung gegenüber Aeroallergenen nachgewiesen werden konnte. Bei allergischem Asthma steigt das Risiko von 0,5% auf 2,3%. Falls weitere Risikofaktoren (vor allem Passivrauchen und genetische Faktoren) hinzukommen, steigt das Risiko von 20,1% auf 55,4 % gegenüber Patienten ohne Sensibilisierung. Eine festgestellte Sensibilisierung, unabhängig von anderen allergischen Symptomen im Kindesalter ist der wichtigste Frühindikator für die Ausbildung einer allergischer Rhinitis oder allergischem Asthma im Erwachsenenalter. Bei den Aeroallergenen konnte eine Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben bei 36% der Patienten nachgewiesen werden.

In welchem Alter entwickelt sich eine Allergie – Sensibilisierung? Hausstaubmilben sind nach den Baumpollen die wichtigsten Allergenquellen.

Entgegen der landläufigen Meinung können sich Sensibilisierungen auch spät entwickeln. So konnte in der Solar II Studie nachgewiesen werden, dass bei 34% aller Patienten erst nach der Pubertät eine allergische Reaktion im Haut-Prick-Test nachweisbar ist. Was bringt eine Meidung des Allergens? Eine weitgehende Meidung des Allergens bietet einen wichtigen Ansatz zur Reduktion des berufsbedingten Asthma-Risikos. Bei bereits vorliegenden Beschwerden hilft eine Karenz die Symptome zu lindern oder ganz zu beseitigen. Primärpräventive Maßnahmen des Arbeitsschutzes zielen deshalb gezielt auf eine Reduktion der Belastung von Allergenen ab. Diese Ergebnisse wurden hinreichend bei wichtigen Allergenen aus dem beruflichen Umfeld belegt.

Erschreckende Erkenntnis der Forscher: Nur 10% der Patienten werden entsprechend den gültigen Leitlinien behandelt

Eine Auswertung einer umfassenden Kohorten Studie kommt zu dem Schluss, dass nur 10% der Allergiker entsprechend den aktuellen Leitlinien behandelt werden. So erhalten nur 5% der Patienten mit allergischem Asthma und 7% der Patienten mit allergischer Rhinitis eine spezifische Immuntherapie. Eine Allergenkarenz wird in den Leitlinien immer als erster Schritt der Therapie angesehen. Ziel ist neben der Symptombefreiung immer auch das Woman with asthmaVoranschreiten der Allergie aufzuhalten, damit aus einer leichten allergischen Erkrankung keine schweren Symptome entstehen. Allergisches Asthma bedeutet für den Betroffenen eine starke Einschränkung der Lebensqualität und führt in vielen Fällen zur Berufsunfähigkeit.
Allergenkarenz ist für die meisten Aeroallergene, wie z.B. den Baum- und Gräserpollen praktisch nicht durchführbar. Für die Hausstaubmilbe kann eine Karenz mit milbendichten Zwischenbettbezügen erreicht werden. Diese einfach durchzuführende und effektive Therapiemaßnahme wird von den meisten Krankenkassen bezuschusst, in vielen Fällen komplett übernommen.

Symptome einer Hausstaubmilbenallergie

Eine Hausstaubmilbenallergie kann in vielen Fällen anhand der Symptome verifiziert werden. Typische Symptome sind morgendlicher Reizhusten, Niesattacken, wässriges Nasenlaufen oder Atembeschwerden, die im Verlauf des Vormittags abklingt. Allergische Symptome im Winter deuten stark auf eine Hausstaubmilbenallergie hin, da zu diesem Zeitpunkt andere Aeroallergene wegfallen. Diese Symptome können leicht mit einer Erkältung verwechselt werden, da zu dieser Jahreszeit diese Beschwerden als normal empfunden werden. Wichtig ist ein zeitnah durchgeführter Allergietest, den jeder Hausarzt, Dermatologe oder HNO Arzt durchführt. Dieser Arzt kann dann auch als schnellste und einfachste Methode ein Allergieencasing verordnen, um so auch die Symptome des Patienten schnell zu lindern (z.B. Allergo Natur Encasings).

Weiterführende Literatur:

Manifestation allergischer Krankheiten bei jungen Erwachsenen in Zusammenhang mit dem Eintritt in das Berufsleben – Untersuchungen zur Abhängigkeit von arbeitsbedingten Faktoren unter Berücksichtigung von Vorerkrankungen, Disposition und außerberuflichen Umweltfaktoren und Ableitung von Vorschlägen zur verbesserten Prävention Studie in Ost- und Westdeutschland zu beruflichen Allergierisiken – SOLAR II – Abschlussbericht München, August 2011; – Gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Allergische Erkrankungen der Atemwege – Ergebnisse einer umfassenden Patientenkohorte in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung; Janine Biermann, Hans F. Merk, Wolfgang Wehrmann, Ludger Klimek, Jürgen Wasem; Allergo J. 2013; 22 (6) 366–73 (S. 22; 125, 217, 221/2)


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