allergo natur
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Ein kurzer Überblick zur Psoriasis

In Deutschland sind 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung von Schuppenflechte oder Psoriasis betroffen. Die gutartige Hauterkrankung zeichnet sich durch einen meist chronischen, schubartigen Verlauf aus. Es wird kein Geschlecht bevorzugt und eine Neuerkrankung mit Schuppenflechte ist in jedem Alter möglich. Typische Symptome sind juckende rote Hautstellen mit scharfer Begrenzung, belegt mit feinen silberglänzenden Hautschuppen. Die einzelnen Herde treten bevorzugt an den Streckseiten von Gelenken auf, wie zum Beispiel Ellenbogen oder Knie. Zusätzlich ist die Ausbreitung der Psoriasis auf die Haut des gesamten Körpers möglich. Das Krankheitsbild ist individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Finger- und Fußnägel, Schleimhäute und Gelenke (im Sinne einer Arthritis) sind bei vielen Patienten von der Schuppenflechte befallen. Die Ursache der Erkrankung ist ein Zusammenspiel einer Autoimmunreaktion und einer erblichen Vorbelastung. Ansteckend ist die Schuppenflechte nicht. Das Behandlungskonzept setzt sich aus verschiedenen äußerlich und innerlich anwendbaren Medikamenten sowie physikalischen Therapien und Entspannungsverfahren zusammen.

Psoriasis – Was ist das eigentlich?

Psoriasis unter dem Mikroskop

Psoriasis unter dem Mikroskop

Die Schuppenflechte ist eine häufige Hauterkrankung aus dem Formenkreis der pustulösen und erythematosquamösen Dermatosen. Sie verläuft in Schüben und präsentiert ein chronisch entzündliches Bild mit unterschiedlich starker Schuppung der betroffenen Hautareale. Auch weitere Organsysteme können von Psoriasis befallen werden. Augen, Blutgefäße und Herz sind ebenso zu nennen wie die Gelenke, die mit einer Psoriasis-Arthritis reagieren. Die Schuppenflechte ist gutartig, kann bei schwerer Ausprägung den Betroffenen aber stark in seiner Lebensqualität einschränken.
Die Erkrankung tritt in vielen verschiedenen Abstufungen auf. Bei circa der Hälfte der Patienten ist zum Beispiel die Kopfhaut betroffen. Die entzündlichen Veränderungen der Haut gehen mit Haarausfall einher. Nach einer erfolgreichen Behandlung normalisiert sich das Haarwachstum wieder.
60 Prozent der Erkrankten leiden zusätzlich zu den Hauterscheinungen an Nagelpsoriasis. Finger- und Fußnägel können angegriffen sein und typische Veränderungen, wie Dellen, Verformungen und den sogenannten „Krümelnagel“ entwickeln.
Bei einem Fünftel der Betroffenen sind verschiedene Gelenke im Sinne einer Arthritis durch eine Entzündung beeinträchtigt. Diese geht mit erheblichen Schmerzen und einer Bewegungseinschränkung einher.
Es werden drei Formen der Psoriasis unterschieden:
– Psoriasis vulgaris Typ 1 tritt am häufigsten auf und beginnt im Jugendlichen- und jungen Erwachsenenalter. Sie nimmt meist einen gravierenden Verlauf.
Typ 2 hat einen leichteren Verlauf, tritt ab 35 bis etwa 60 Jahre auf und ist relativ selten.
– Psoriasis arthropathica betrifft besonders die Gelenke und oft zusätzlich die Haut. Circa 20 Prozent der Patienten sind dieser Form zuzuordnen.
– Psoriasis pustulosa ist eine Sonderform, die ein etwas abgewandeltes klinisches Bild zeigt. Die Hauterscheinungen treten in Pustelform auf.

Mögliche Ursachen einer Psoriasis

Grafik Psoriasis

Psoriasis Hautaufbau

Die Entstehung der Schuppenflechte ist noch nicht bis ins Detail geklärt. Die Veranlagung an Psoriasis zu erkranken wird vererbt, das bedeutet aber nicht, dass die Erkrankung auch tatsächlich ausbricht. Weitere Faktoren, auch Trigger genannt, sind für die Entwicklung von Symptomen notwendig. Trigger sind zum Beispiel Infektionen, einige Medikamente, eventuell übermäßiger Alkoholgenuss und das Rauchen. Auch Stress, psychische Probleme und ungesunde Ernährung scheinen die Schuppenflechte negativ zu beeinflussen. Weitere Trigger sind Allergien, Stoffwechselstörungen und starkes Übergewicht. Es kann das Köbner-Phänomen beobachtet werden, das besagt, dass nach einer Verletzung der Haut an dieser mechanisch gereizten Stelle neue Psoriasis-Herde auftreten.
Kennzeichnend für die Schuppenflechte ist eine überschießende Desquamination (starke Verschuppung), d.h. eine überschießende Bildung der Keratinozyten. Weil den stark proliferierenden Keratinozyten zu wenig Zeit für eine geordnet ablaufende Differenzierung zur Verfügung steht, gerät alles in der Epidermis in gröbste Unordnung. Der Gehalt an Strukturproteinen, wie zum Beispiel Filaggrin, ist in der Haut von Patienten mit Psoriasis gestört. Die Folge sind eine übermäßige Verhornung und starke Schuppung.

Wie erkenne ich eine Psoriasis – Symptome?

Die Schuppenflechte ist eine typische Blickdiagnose und für einen Hautarzt gut erkennbar. (Eine Ausnahme ist die Psoriasis arthropathica, wenn nur Gelenke befallen sind.) Durch eine Fehlleitung des Immunsystems ist das Hautwachstum bei Patienten mit Schuppenflechte stark beschleunigt. Die scharf begrenzten Herde haben daher ein typisches Aussehen. Sie sind gerötet, weisen Stecknadelkopf große Einblutungen auf und werden auch als Plaques bezeichnet. Die Zellen der Epidermis (oberste Hautschicht) schieben sich zu einer silberglänzenden Schuppenschicht zusammen. Darunter ist die Haut sehr dünn und leicht abzuziehen. Die Haut ist trocken, reißt rasch oder wirft Blasen. Typische Stellen für das Auftreten von Plaques sind die Streckseiten der Knie- und Ellenbogengelenke und die behaarte Kopfhaut. Die Herde können alleine stehen oder im Zusammenfluss ganze Flächen des Körpers betreffen. Ein starker Juckreiz ist typisch für die Schuppenflechte. Die Nägel sind häufig mitbetroffen, zeigen Dellen und Krümelbildung.

Psoriasis-Diagnose

Psoriasis Diagnose

Psoriasis Diagnose durch Ihren Hautarzt

Ein erfahrener Hautarzt stellt die Diagnose einer Schuppenflechte alleine aufgrund der Hauterscheinungen. Kommen in der Krankengeschichte noch weitere Familienmitglieder vor, die an Psoriasis leiden, untermauert das die Diagnose. Die Erkrankung tritt aufgrund ihrer genetischen Disposition gehäuft in Familien auf.
Wegweisend sind in der Diagnostik außerdem Kratzphänomene. Kratzt man an einem Herd, verändert sich der Farbton der Schuppenschicht ins Hellere. Mediziner bezeichnen dies als Kerzenfleckphänomen im Vergleich mit der Reaktion eines Wachsflecks.
Das Phänomen des letzten Häutchens beschreibt die dünne, glänzende Haut unter der Schuppenschicht. Das Phänomen des blutigen Taus steht für punktförmige Blutungen, die durch Kratzen entstehen.
Falls zunächst keine eindeutige Diagnose gestellt werden kann, wird eine Biopsie (Probeentnahme) der Haut veranlasst und die oberste Hautschicht unter dem Mikroskop untersucht. Findet der Arzt eine verstärkte Verhornung, Verdickung und Entzündung in Kombination mit einer Vermehrung der weißen Blutkörperchen und Makrophagen (Fresszellen), deutet dies auf eine Schuppenflechte hin.
Ähnliche Krankheitsbilder (Differenzialdiagnosen) sind:
– Ekzeme
– Pilzinfektionen der Haut
– bakterielle Hautinfektionen
– verschiedene Hautflechten (z.B.Lichen ruber planus)
Bei einer Beteiligung der Gelenke stehen Morbus Bechterew und die rheumatoide Arthritis ebenfalls auf der Liste. Eine Blutuntersuchung spürt eine Entzündung auf und Gelenke werden mittels Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht.

Was ist nach einer Psoriasis-Diagnose zu tun?

Soletherapie bei Psoriasis

Soletherapie bei Psoriasis

Die Schuppenflechte wird mit einem umfassenden Therapiekonzept behandelt, das sich aus medikamentöser,
physikalischer und psychosomatischer Behandlung zusammensetzt. Das Ziel der Therapie ist, den Patienten möglichst lange im beschwerdefreien Intervall zu halten. Eine Heilung der Schuppenflechte ist bislang nicht erreicht worden.
Die Grundlage der Behandlung ist eine gewissenhafte Hautpflege. Dazu kommt im akuten Schub eine äußerliche Therapie zum Lösen der Hornschicht mit Salicylsäureverbänden und Harnstoffcremes. Nach dieser Vorbereitung der Herde wirken Kortisonpräparate, Vitamin-D-Präparate und Retinoide lokal.
Ist der Verlauf gravierender, folgt als nächste Therapiestufe die Behandlung mit Tabletten. Auch hier wirken Retinoide und Medikamente, die eine Unterdrückung des Abwehrsystems verursachen. Beispiele sind Methotrexat, Ciclosporin und Fumarsäureester.
Eine moderne Therapieoption ist die Photo-Sole-Behandlung. Die Kombination aus Salzwasser und UV-Licht hat einen günstigen Einfluss auf die Abheilung der Psoriasis-Herde. Das Prinzip der Lichttherapie kann auch per Laser angewendet werden. Allerdings beschränkt sich die Behandlung hier auf Patienten mit wenigen und kleinen Herden.
Ein innovativer Ansatz zur Behandlung der Psoriasis greift direkt in den Prozess der Desquamination (starke Verschuppung) ein. Die aus dem indischen Ozean gewonnene Rotalge Halymenia durvillei reguliert die Bildung der Keratinozyten. Dieser Ansatz wird in der Creme allergo TH2 Skin Repair verfolgt, in der die Rotalge als wesentlicher Bestandteil einer innovativen Wirkstoffkombination enthalten ist. Durch die allergo TH2 Skin Repair Creme wird zusätzlich die geschwächte Hautbarriere gestärkt, der Feuchtigkeitshaushalt der Haut reguliert und neuen Entzündungen vorgebeugt.

Psoriasis – Der Verlauf der Erkrankung

Die Schuppenflechte zeigt eine Reihe unterschiedlicher Verläufe bei jeweils individuellen Patienten. In der Regel handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die sich in Schüben entwickelt. Das bedeutet, dass die Betroffenen durchaus auch beschwerdefreie Intervalle haben können. Die Wintermonate bringen oft eine Verschlechterung der Beschwerden, da die Sonneneinstrahlung auf die Haut nicht ausreicht und Kälte die Haut zusätzlich austrocknet.
Eine wichtige Rolle spielt die psychische Belastung. Viele Betroffene fühlen sich der Erkrankung ausgeliefert und die negative Stimmung verstärkt die Symptome der Schuppenflechte. Es ist sehr wichtig, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Denn die momentan eingesetzten Therapieansätze kontrollieren das Krankheitsbild meist erfolgreich. Eine vollständige Heilung dagegen ist bisher nicht möglich.

Kann ich Psoriasis vorbeugen?

Es ist nicht möglich, einer Schuppenflechte vorzubeugen. Eventuell verzögert die Vermeidung von Risikofaktoren (Nikotin, Alkohol) den Ausbruch der Erkrankung oder einen neuen Schub, wenn eine erbliche Veranlagung für Psoriasis vorhanden ist. Hat die Erkrankung bereits begonnen, helfen eine gesunde Lebensweise und eine umfassende Hautpflege die gesunden Intervalle zu verlängern. Reizungen der Haut jeglicher Art gilt es zu vermeiden. Um die psychische Komponente positiv zu beeinflussen, helfen Entspannungsübungen und zum Beispiel autogenes Training.

Wo bekomme ich noch mehr Informationen zu Psoriasis?

Bei einer chronischen Erkrankung wie der Schuppenflechte ist Information für die Betroffenen besonders wichtig. Ein Austausch mit anderen Patienten in einem Internetforum oder einer Selbsthilfegruppe kann den individuellen Verlauf der Erkrankung deutlich positiv beeinflussen.
Informative Webseiten:
www.psoriasis-bund.de
www.psoriasis-netz.de
www.psoriasis-forum-berlin.de