allergo natur
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Die dermatologische Allergologie ist ein Zweig in der Erforschung von allergischen Reaktionen und Störungen. Der von dem mecklenburgischen Pharmaunternehmen Allergo Natur entwickelte Begriff setzt sich aus dem Jahre 1906 geprägten Begriff der Allergie und dem Begriff der Dermatologie (von griechisch δέρμα – derma „Haut“ und -logie, von λόγος) zusammen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich der allergologisch bedingten Hautveränderungen und Hautreaktionen.

Schwerpunkte

Die dermatologische Allergologie besitzt ihren Schwerpunkt im Aufbau der Hautschutzbarriere, damit Allergene schwerer in die Haut eindringen können. Ziel ist es, Wege und Therapien zu entwickeln, allergische Reaktionen zu minimieren, die durch in die Haut eindringende Allergene entstehen oder verstärkt werden. Neueste Forschungsergebnisse zeigen dabei, dass die Haut als Organ in der Allergologie oft unterschätzt wird. Durch die Haut dringt ein Großteil der Allergene ein, die dann zu allergischen Reaktionen führen. Auslöser sind sowohl

Schimmelpilze aber auch die klassischen Allergene wie Pollen und Milbenkot. Besonders in der Allergiezeit von Februar bis September für die Pollenallergiker und von September bis März für die Milbenallergiker (wobei die Milbenallergie ganzjährig behandelt wird) spielen Hautveränderungen eine große Rolle.

Langerhansche Zellen


Haupt Augenmerk wird in neuester Zeit auf die Langerhanschen Zellen gelegt. Diese sind inaktive dendritische Zellen im Stratum spinosum der Epidermis, die nicht nur der Antigenpräsentation dienen, sondern auch Allergene präsentieren können, die damit die allergische Reaktion im Körper auslösen Sie gehören zum mononukleär-phagozytären System (MPS). Der Forschungsbereich dermatologische Allergologie hilft gezielt allergische Reaktionen zu reduzieren.

Neurodermitis und dermatologische Allergologie

Wodurch Neurodermitis entsteht ist bislang noch nicht abschließend geklärt. Tatsächlich werden jedoch ein Großteil der neurodermitischen Schübe von Allergenen ausgelöst. Die Schutzfunktion der Haut ist gestört und verliert viel mehr Feuchtigkeit als gesunde Haut. Allergene oder irritierende Substanzen können leichter eindringen, was zu dem oft unerträglichen Juckreiz führt.

Im Zuge der Allergiebehandlung werden mit einer gestärkten Haut auch oft neurodermitisch bedingte Probleme mitbehandelt. Anthistaminika wie z.B. Cettirizin oder Loratadin die vorrangig bei Heuschnupfenbeschwerden eingenommen werden wirken gegen den Juckreiz der bei Neurodermitis auftritt nur sehr bedingt.

Dies hat seine Ursache darin, dass der Juckreiz primär nicht histaminbedingt ist. Die Stärkung der Hautbarriere ist daher ein wichtiger Ansatz der sowohl Allergikern als auch unter Neurodermitis erkrankten Menschen zugutekommt.

Trockene und schuppige Haut oft das Einfallstor

Seit 2005 ist u.a. durch die Arbeiten von Alan Irvine – einem Hautarzt am Trinity College in Dublin – bekannt, dass viele allergische Symptome von Allergiepatienten durch Hautprobleme verursacht wurden. Haut- und Immundefekte können gemeinsam zum Auslösen von allergischen Reaktionen beitragen. Dabei beschränkt sich dies nicht nur auf den Bereich der Neurodermitis, ebenso einbezogen werden müssen Asthma, Schimmelallergien, Milbenallergien und Pollenallergien (Aeroallergene).

Jeder 10. Nordeuropäer ist heterozygoter Träger von mutierten Filaggrin- Genen. Trockene und empfindliche Haut deutet oftmals darauf hin, dass die Haut zur Ekzembildung durch mutierte Fillaggrin-Genen neigt. Allergien werden hier nicht nur besonders stark ausgebildet, sondern tragen auch zur Verstärkung der entsprechenden Hautreaktion bei. Die gestörte Hautbarriere begünstigt dabei nicht nur die Entwicklung allergischer Reaktionen, sondern ist vermutlich sogar bei einer Asthmaerkrankung mit im Spiel. So wurden häufig Asthmaerkrankungen bei Patienten mit einem Filaggrin-Defekt festgestellt, obwohl die Lunge dieses Protein überhaupt nicht produziert.

Genau sind die Zusammenhänge noch nicht erforscht, jedoch lassen die bisherigen Erkenntnisse klare Schlussfolgerungen zu, dass Schäden in der Oberhaut dazu führen, das Allergene in den Körper eindringen und das Immunsystem zu einer überzogenen Reaktion veranlassen. Besonders die Allergene der Hausstaubmilbe Der p I und Der p II, die im Kot der Milben vorkommen provozieren erhebliche Reaktionen.

Bedeutung des Stratum Corneums in der dermatologischen Allergologie

Eine Stärkung der Hautbarriere kann nur im durch eine Stärkung des Stratum corneums erreicht werden. Das Stratum corneum besteht aus Corneozyten und einer Lipidmatrix. Filaggrin fördert den Verhornungsprozess, d.h. die Bildung der Corneozyten. Die Corneozyten stellt man sich als abgeflachte abgestorbene Zellen vor, die miteinander „verhakt“ sind. Die Corneozyten bestehen überwiegend aus Keratin.

Ein Filaggrin Mangel wird als Hauptursache in der schlechten Verhornung ausgemacht. Die Lipidmatrix bildet eine flexible Schicht zwischen den Corneozyten.

Für die Funktion der Lipidmatrix spielen Ceramide eine entscheidende Rolle.

Reparatur der Hautbarriere auch bei Asthmapatienten angezeigt

Zahlreiche Untersuchungen haben mittlerweile gezeigt, dass die Oberhautzellen der menschlichen Haut weit mehr sind, als eine passive Barriere gegen körperfremde Substanzen.

Hornbildende Zellen präsentieren den Akteuren des Immunsystems fremde Antigene und schütten Signalsubstanzen aus, wie z.B. das Regulatorprotein TSLP (thymic stromal lymphopoietin), das die Ausprägung verschiedener Allergien fördert. Auch eine Reihe anderer Botenstoffe verstärken die Immunreaktion.

TH2 als Indikator – Therapeutische Ansatzpunkte im T-Helfersystem

T-Helferzellen gelten neben dem IgE vielfach als einer der Dreh- und Angelpunkte innerhalb der allergischen Reaktion. Menschen mit einem hohen Anteil von TH2 Helferzellen reagieren verstärkt allergisch. Sinnvoll ist es daher, den Spiegel der TH2 Zellen zu reduzieren und dies in einer spezifischen Hauttherapie mit einem gezielten TH2 Produkt zu erreichen. Neue TH2 Therapieansätze zielen deshalb darauf ab, an bestimmten Stellen der allergischen Kaskade anzusetzen, um regulierend einzugreifen. Der Schutz der Hautbarriere spielt insoweit eine besonders große Rolle.

Haut, die eine gesunde und vitale Widerstandsfunktion besitzt, wird weniger stark durch Alltagsbelastungen in Mitleidenschaft gezogen. Diese Widerstandskraft ist bei Allergikern und besonders bei Menschen, die unter Neurodermitis leiden oft gestört.

Therapieansätze und Präparate

Untersuchungen haben ergeben, dass besonders bei Milbenallergikern der Einsatz von Allergieencasings angezeigt ist. Allergieencasings sorgen dafür, dass das Allergen der Milbe entweder gar nicht – oder zumindest in einem geringeren Maße mit der Haut in Berührung kommt. Diese werden oft in der Regel durch die Krankenkassen bezahlt und stellen auch einen wirksamen Therapieansatz bei der gewöhnlichen Milbenallergie dar.

Eine Reihe von Kassen erstatten diese Encasings, wenn ein solches Encasing bestimmte Schutzfunktionen nachweist. Erstattungen führen folgende Kassen bei Vorliegen einer ärztlichen Bescheinigung durch (die Aufzählung ist nicht abschließend):

  • Techniker Krankenkasse (incl. Partnerbett)
  • DAK (nur Versichertenbett)
  • BARMER GEK (nur Matratzenbezug)
  • IKK Classic (inkl. Partnerbett)
  • eine Vielzahl von Betriebskrankenkassen

Diese Krankenkassen haben oft Verträge mit einzelnen Anbietern, die die Allergieencasings dann direkt nach Hause senden. Encasings sollten dabei eingesetzt werden, sobald der Verdacht auf eine Milbenallergie entweder durch Symptome oder durch einen Allergietest besteht. Empfohlen wird der Einsatz ebenfalls im Bereich Neurodermitis, da Milbenallergene als Triggerfaktoren gelten.

TH2 – Pflegepräparate – Stärkung der Hautschutzbarriere

Der Aufbau der Hautschutzbarriere stellt ein wesentliches Element in den empfohlenen Therapieapieansätzen dar. Hierzu eignen sich besonders Präparate, die gezielt zu einer Erhöhung der Hautschutzbarriere beitragen, wie die Produktserie allergo TH2. Allergo TH2 setzt gezielt darauf, die Kaskade der verursachenden T-Helferzellen zu durchbrechen, indem es wirksame und natürliche Hautschutzbarrieren aufbaut oder verstärkt.

Allergene können damit in einem wesentlich geringeren Maße über die Haut in den Körper eindringen und die allergische Reaktion über die Langerhanschen Zellen in Gang setzen. Die allergo TH2 Produkte werden sowohl in einer speziellen Akuttherapie bei Neurodermitispatienten eingesetzt als auch als Basistherapie zu mittel- bis langfristigen Verbesserung der Hautstruktur und zur Minderung der Filaggrin-Defekte.

Grundsätzlich sollten Allergiker als auch Menschen mit Neurodermitis oder sensibler Haut bei Einsatz eines jeden Produktes darauf achten, dass diese keine Inhaltsstoffe beinhalten, die hautreizend sind. Auf den Inhaltslisten ist das nur schwer erkennbar und die Werbeaussage „für Allergiker geeignet“ ist dabei oft irreführend, weil es keine Vorschrift gibt, die diese Aussage eingrenzt.

Wichtige Aussagen, auf die man sich auch verlassen kann, da diese auch gesetzlich normiert sind und es klare Vorschriften hierzu gibt ist dabei, wenn folgendes auf dem Etikett oder der Verpackung steht.

  • Frei von Konservierungsstoffen
  • Frei von Duftstoffen
  • Frei von Parabenen
  • Frei von Farbstoffe
  • Frei von Urea
  • Frei von Polidocanol
  • Frei von Cortison

Polidocanol ist ein Lokalanästhetikum, welches mittlerweile durch Untersuchungen des Bundesamte für Risikobewertung in die Kritik geraten ist, da es zwar den Juckreiz lindert, gleichzeitig jedoch in die Schmerzweiterleitung des Körpers eingreift. Dies sollte möglichst nicht geschehen, da Juckreiz kein Schmerzreiz ist.

Urea ist für eine gesunde Haut sinnvoll, bei einer neurodermitischen Haut kann Urea in höheren Konzentrationen zur Schmerzbildung beitragen, insbesondere bei Kindern. Cortison sollte ausschließlich auf ärztlichen Rat verwendet und eingesetzt werden.