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Hausstaubmilbenallergie

 

Die Hausstaubmilben sind nach den Pollen der zweithäufigste Auslöser für allergische Atemwegserkrankungen, jeder zehnte Deutsche leidet inzwischen unter einer Hausstaubmilbenallergie. Hausstaub ist jedoch keine allergieauslösende Substanz (Allergen) per se. Er setzt sich zusammen aus Tier- und Menschenschuppen, Milben, Fasern und  Schimmelpilzen. Erst seit 1964 ist bekannt, dass die wichtigsten Allergene der „Hausstauballergie“ die Milben sind. Unabhängig von Reinlichkeit und Zustand der Wohnung kommen Milben überall vor. Die Milbe lebt nur wenige Monate – von Ende Februar bis Mai. Die nur unter dem Mikroskop sichtbaren Milbentierchen sind zwischen 0,1 und 0,4 Millimeter groß. Milben ernähren sich von menschlichen Hautschuppen (Dermatophagoides = Hautfresser), von denen jeder Mensch pro Tag ca. 1,5 g verliert, von dieser Menge Hautschuppen werden etwa 1,5 Millionen Milben satt.

Hausstaubmilbenallergie

Hausstaubmilbe

Die winzigen Spinnentierchen leben bevorzugt in Betten, Decken und Kissen, jedoch auch an allen anderen Stellen, an denen sich Staub gut festsetzen kann: auf Teppichen, Polstermöbeln, Gardinen oder Plüschtieren. Je älter Kissen, Bettbezüge oder Matratzen sind, desto höher ist deren Belastung mit Milben. In einem Gramm Matratzenstaub können bis zu 15.000 Milben enthalten sein! Während ihres kurzen Lebens vermag es die Milbe, das 200-fache ihres Gewichts an Kot zu hinterlassen. Ein 2 Jahre altes Kopfkissen besteht beispielsweise zu ca. 15 % nur aus Milben und dem Kot der Milben. Gelangen diese Kotbällchen in die Atemwege, können sie bei bestimmten Menschen eine Allergie auslösen. Eine Hausstaubmilbenallergie ist somit keine allergische Reaktion auf die Milbe, sondern eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen die Eiweiße in den winzigen Kotballen der Milben.

Auf welche Symptome muss ich bei einer Hausstaubmilbenallergie achten?

Die Symptome der Hausstaubmilbenallergie sind vergleichbar mit denen einer starken Erkältung: Die Nase ist häufig verstopft, kribbelt oder läuft, es kommt mitunter zu heftigen Niesanfällen. Häufig sind auch die Augen betroffen, typische Symptome sind Jucken und Rötung. Bei einer fortgeschrittenen Allergie reagieren sogar die tieferen Atemwege, was sich durch erschwertes Atmen und Husten bemerkbar macht. Bei einer Hausstaubmilbenallergie kommen oft noch allergische Reaktionen an der Haut hinzu, wie Ausschlag und quälender Juckreiz.

Oft kommt es auf die Tageszeit der Reaktion an

Menschen mit einer Hausstaubmilbenallergie leiden im Gegensatz zu Pollenallergikern nicht saisonal bedingt, sondern tageszeitlich. Am schlimmsten sind die Symptome nachts und morgens nach dem Aufstehen, da im Bettzeug besonders viel Milbenkot enthalten ist und somit der Kontakt mit den allergieauslösenden Substanzen über eine längere Zeit sehr intensiv ist. Auch beim Bettenmachen treten die Symptome verstärkt auf, weil der Milbenkot entsprechend aufgewirbelt und eingeatmet wird.

In jedem Falle zum Arzt – mit dem Hinweis auf Allergieverdacht

Wenn Sie die genannten Symptome bei sich feststellen, empfehlen wir Ihnen, einen Arzt aufzusuchen.

Jetzt einen Arzt in
Ihrer Nähe finden

Mithilfe eines Hauttests, eines Bluttests oder eines Provokationstests kann Ihr Arzt eine sichere Diagnose stellen. Einen solchen Prick-Test macht in sehr vielen Fällen auch Ihr Hausarzt.

Pricktest bei Hausstaubmilbenallergie

Was kann ich bei einer Hausstaubmilbenallergie tun?

Die Vermeidung des Allergenkontaktes ist wichtig!

Denn: Eine nicht behandelte Hausstaubmilbenallergie kann zu chronischen Erkrankungen und nach 7–8 Jahren sogar zum allergischen Asthma führen – mit weitreichenden Einschränkungen der Lebensqualität. 

Gegen Ihre Beschwerden kann der Arzt Ihnen zunächst einmal Antihistaminika verschreiben, in besonders schweren Fällen sind auch Asthmamedikamente angezeigt. Der wichtigste Schritt bei der Behandlung der Hausstaubmilbenallergie besteht allerdings darin, den Kontakt zum Auslöser der Allergie – dem Milbenkot – zu vermeiden. Zwar ist es kaum möglich, eine vollkommen hausstaub- und milbenfreie Wohnung zu erreichen, Ihr vorrangiges Ziel sollte es jedoch sein, Hausstaubmilben und Hausstaub so weit wie möglich zu beseitigen bzw. mit entsprechenden Maßnahmen wirkungsvoll zu reduzieren, um so einen möglichst allergenarmen Wohnraum zu schaffen. Eine effektive und bewährte Behandlung der Hausstaubmilbenallergie stellt hierbei die Sanierung Ihres Bettes dar, denn hier ist die Allergenkonzentration besonders hoch.

Mein Schlafplatz ist milbenfrei

Um Ihren Schlafplatz zu einer milben- und allergenfreien Zone zu verwandeln, empfiehlt es sich, alle Matratzen, Bettdecken und Kissen mit einem allergendichten Bezug, einem sogenannten Encasing, zu umhüllen. Encasings sorgen durch ihre allergenundurchlässige Wirkung für eine Besserung der typischen Hausstaubmilbenallergie-Symptome und somit für einen erholsamen Schlaf. Wenn Sie unter einer Hausstaubmilbenallergie leiden, sind Encasings für Sie unverzichtbar, nicht nur, um möglichst schnell beschwerdefrei zu sein und morgens wieder erholter aufzuwachen, sondern vor allem auch, um möglichen Spätfolgen – wie chronischem Asthma Bronchiale vorzubeugen. Die meisten Krankenkassen unterstützen deshalb die Anschaffung von Encasings bei einer ärztlich diagnostizierten Hausstaubmilbenallergie.

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Allergenkarenz durch Encasings ist der erste und wichtigste Therapiebaustein bei der Behandlung einer Hausstaubmilbenallergie. Alle anderen Maßnahmen stellen eine Ergänzung der Therapie dar.

Hier finden Sie Informationen zu den Encasings von Allergo Natur

 

Weitere Maßnahmen der Allergenreduktion

Darüber hinaus ist es ratsam, Ihr Bettzeug des Öfteren gründlich auszulüften und sowohl Bettbezüge als auch Kopfkissen und Decke regelmäßig bei 60 Grad zu waschen, da Milben erst bei Temperaturen ab 60 Grad absterben. Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Bettgestell Luft an die Matratze lässt und Ihre Matratze einmal im Jahr chemisch gereinigt wird. Auch in Ihren Teppichböden, Vorhängen und Polstermöbeln halten sich Hausstaubmilben gern auf. Je nach Art des Fußbodenbelages empfiehlt sich daher eine regelmäßige – möglichst tägliche Reinigung. Glatte Böden sollten am besten feucht gewischt werden. Zur weiteren Reduktion der Allergenbelastung im Wohn- und Schlafraum stehen Milbensprays oder Milbenfogger zur Verfügung, die mit einem biologischen Wirkstoff die vorhandenen Milben bekämpfen können. Vermeiden Sie darüber hinaus ein feucht-warmes Raumklima und beachten Sie unsere weiteren Tipps.

Hyposensibilisierung bei Hausstaubmilbenallergie

Sollten die genannten Maßnahmen zur Behandlung der Hausstaubmilbenallergie nicht ausreichen, kann Ihnen möglicherweise eine spezifische Immuntherapie weiterhelfen. Die unter ärztlicher Kontrolle durchgeführte Hyposensibilisierung soll den Körper schrittweise an das Allergen gewöhnen und somit langfristig die überschießende Reaktion des Immunsystems verringern. Die abmildernde Wirkung auf die Hausstaubmilbenallergie kann nach Abschluss der etwa dreijährigen Immuntherapie noch jahrelang anhalten.