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Allergie auf Parabene/Parabenallergie

Viele in Kosmetika eingesetzte Konservierungsstoffe können allergen wirken, dazu gehören Formaldehyd, Phenoxyethanol und Parabene. Aber auch in Lebensmitteln werden Parabene eingesetzt. Hier können sie zu pseudoallergischen Reaktionen führen.

Was sind Parabene?

Parabene sind organische Verbindungen, die entstehen, wenn Benzoesäure mit verschiedenen Alkoholen vermischt wird – es entsteht ein Ester. Einzelne Parabene unterscheiden sich danach, welche alkoholische Reste übrig bleiben. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten. Alle Parabene wirken antibiotisch und töten Keime, Mikroben, Pilze und Bakterien ab. Aus diesem Grund werden sie als Konservierungsstoffe eingesetzt, um die Haltbarkeit zu verlängern und dabei die mikrobiologische Unbedenklichkeit sicherzustellen. Jedoch werden Parabene mit einer Reihe verschiedener Nebenwirkungen in Verbindung gebracht. Sie wirken allergen und können das Hormonsystem beeinflussen. Besonders parabenhaltige Deodorants gerieten in den Verdacht Brustkrebs auszulösen.

Verwendung und Vorkommen

Parabene kommen in drei großen Bereichen zum Einsatz. Zum einen werden sie in Arzneimitteln verwendet, unter anderem in:

  • medizinische Salben, Lotionen
  • Augen- und Nasentropfen
  • Schmerzmittel
  • Halstabletten, Hustensäfte
  • Psychopharmaka

 

Daneben werden Sie in Kosmetika verarbeitet:

  • Cremes
  • Lotionen
  • Lippenstifte
  • Rasierwasser
  • Seifen
  • Sonnenschutzmittel
  • Shampoos

 

Am häufigsten werden Methyl- und Ethylparabene, außerdem Propyl- und Butylparabene eingesetzt, seltener kommen Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl- und Phenylparabene zum Einsatz. Benzylparabene sind für Kosmetika nicht zugelassen.

Des Weiteren finden Parabene in Lebensmitteln ihren Einsatz.

  • Geleeüberzug von gekochten, gepökelten, getrockneten Fleischerzeugnissen
  • Pasteten
  • Knabbererzeugnissen auf Getreide- und Kartoffelbasis
  • überzogene Nüsse
  • Süßwaren

 

Für die Lebensmittelindustrie sind jedoch lediglich die Stoffe Natriumethyl-p-hydroxybenzoat – auch Ethylparaben – (E214), seine Salze PHB-Ethylester Natriumsalz (E 215), Methyl-4-hydroxybenzoat – auch Methylparaben – (E 218) und seine Salze PHB Methylester Natriumsalz (E 219) zugelassen.

Parabene werden außerdem zur Konservierung von Ölen und Fetten, Leimen und Schuhputzmittel eingesetzt.

 

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Allergische Reaktionen auf Kosmetika – die Parabenallergie

Bei einer Parabenallergie handelt es sich um eine Typ-IV-Allergie, eine Allergie vom verzögerten Typ. Eine Parabenallergie auf bestimmte Kosmetika ist relativ selten. In Deutschland gibt es nur geringe Sensibilisierungsraten. Etwa 1,6 Prozent der Deutschen sind auf Parabene sensibilisiert. Die häufigsten Reaktionen treten dann auf, wenn sie Haut bereits vorgeschädigt ist etwa durch Hautekzeme, Schuppenflechte, Neurodermitis, offenen Geschwüren oder Nesselsucht, auch dann, wenn medizinische Salben und Lotionen auf die Haut aufgetragen werden. Es kommt zu Juckreiz, Rötungen und anderen Hauterscheinungen, oft erst Stunden oder Tage nach dem Auftragen. Bei gesunder Haut sind allergische Reaktionen eher unwahrscheinlich. Jedoch kann sich das Risiko einer Sensibilisierung erhöhen, wenn sehr häufig Kontakt zu Parabenen besteht, wie etwa bei Kosmetikerinnen, Friseurinnen und Arbeitern, welche die Konservierungsstoffe industriell verarbeiten.

Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Maximalkonzentration

Zu den meisten Parabenen liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor, wie sie die Gesundheit beeinträchtigen. Jedoch gibt das BfR Empfehlungen an die Kosmetikhersteller. So werden Methyl- und Ethylparabene nur in einer Konzentration von bis zu 0,4 Prozent als sicher eingestuft. Butyl- und Propylparabene sollten auf 0,19 Prozent beschränkt werden. Obwohl andere Konservierungsstoffe ein höheres Allergenpotenzial haben, empfiehlt das BfR dennoch, Parabene in Kosmetika durch andere Substanzen zu ersetzen.

Verzicht auf Parabene

Sehr viele kosmetische Produkte enthalten heute Parabene. Allergiker und besonders Neurodermitiker sollten besser auf solche Produkte verzichten – auch wenn auf der Verpackung steht „Für Allergiker geeignet“. Bei der Wahl eines Kosmetikproduktes oder einer Pflegecreme ist der Blick auf die INCI – Liste unerlässlich. Oft ergibt sich daraus, das Parabene verwendet werden.

Die allergo TH2 Reihe ist speziell auf die Bedürfnisse von Allergikern abgestellt und enthält daher keine Parabene. So kann ein Allergiker sicher sein, das richtige Pflegeprodukt für seine Haut einzusetzen.

Pseudoallergische Reaktionen auf Lebensmittel

Verschiedene Zusatzstoffe können pseudoallergische Reaktionen auslösen, so auch Parabene. Bei E 215 etwa kann es zu Hautausschlägen, verschwommenem Sehen und Atembeschwerden kommen. Besonders häufig treten Reaktionen bei empfindlichen Menschen auf, sowie bei Menschen, die bereits auf Aspirin und /oder Benzoesäure sensibilisiert sind oder unter Asthma leiden.

Diagnose einer Parabenallergie

Parabenallergien werden mit einer Epikutantestung überprüft. Dabei werden mit verdünnten Testsubstanzen getränkte Pflaster auf den Rücken aufgebracht. Nach 48 Stunden kann eine Reaktion abgelesen werden. Bei pseudoallergischen Reaktionen ist die Diagnose etwas schwieriger. Hauttests bleiben in der Regel negativ. Hier bleibt nur eine Eliminationsdiät. War diese erfolgreich, wird eine Provokationsdiät mit pseudoallergenreichen Inhaltsstoffen oder eine orale Provokation mit dem verdächtigen Paraben durchgeführt.

Therapie

Auch wenn Sie nur auf ein einzelnes Paraben allergisch sind, sollten Sie auch die anderen meiden. Reagieren Sie sensibel auf Zusatzstoffe in Lebensmitteln, sollten Sie zusammen mit einem Ernährungsberater eine pseudoallergenarme und parabenfreie Diät entwickeln.